Wie ich schon in der letzten Woche sagte: "Es ist viel passiert 2011!". Eigentlich ist zuviel passiert, wenn man sich all die Katastrophen und menschlichen Tragödien des Jahres anguckt. Nun, in anderthalb Tagen, ist alles vorbei. Zumindest in unseren Köpfen, denn seien wir ehrlich: die Umstellung auf ein neues Jahr zeigt keine revolutionären Neuerungen auf, die Zeitrechnung dient nur zur allgemeinen Orientierung. Und wenn ich jetzt jedem, der das hier lesen mag, erzählen würde, dass Zeit ohnehin relativ ist und alles Geschehen in einem gleichzeitigen Rhythmus abläuft, würden die Leser mich vielleicht für verrückt erklären. Also, bin ich mal wirklich verrückt und lasse mich ein auf die allgemein beim Menschen gültige Zeitrechnung und dem Ende des Jahres 2011 n. Chr.
Fragen stellen sich immer wieder, wenn man einen Schlussstrich unter das Jahr 2011 zieht. "Haben wir etwas dazugelernt?" wird in diesem Zusammenhang wohl die wichtigste Frage sein. Immerhin streben wir ein "neues Jahr" an, das alles verändern wird. Vermeintlich. Die ständige Hoffnung, dass sich alles ändern wird, führt die Menschen in eine allgemeine Euphorie, es gibt uns allen anscheinend Auftrieb, dass etwas Neues beginnt (und wenn es nur ein "neues Jahr" ist). Es werden Vorsätze geschmiedet für das neue Jahr, man nimmt sich Dinge vor, die man eigentlich theoretisch immer machen wollte, für die man aber einfach nie die Motivation hatte. Mit dem Rauchen am 27. Juli aufhören? Was ein Quatsch! Man hört am 1. Januar auf, weil das so viel besser klappt. Dass dem nicht so ist, lassen wir mal außen vor, wir möchten doch keine Illusionen zerstören. Es klingt einfach episch, am Jahresende kurz vor Mitternacht die letzte Zigarette zu rauchen und dann am 1. Januar mit einem Kater von zuviel Alkohol UND Nikotinentzug zu kämpfen. Wenn der Mensch zum Kämpfer wird, dann anscheinend richtig und mit solch einer starken Übertreibung, dass er scheitern muss. Denn machen wir uns nichts vor: wären wir im Alten Rom, wir würden auch nicht unbedingt untrainiert einem Profigladiator gegenübertreten - es sei denn, wir seien mal kurz so richtig lebensmüde. Der Punkt ist: Dinge, die man sich vornimmt, müssen gut vorbereitet sein. Wenn einem im Leben etwas nicht passt, dann wird es nach reichlicher Überlegung geändert.
Nun könnten Befürworter der Neujahrsvorsätze argumentieren, ihre Vorsätze lägen doch schon lange in der Schublade des Hinterkopfs und hätten dort schon so lange gelegen, dass es sich doch jetzt lohnen würde, diese Vorsätze endlich in die Tat umzusetzen. Dieser Einwand ist nicht falsch, aber warum klappt die Umsetzung der Vorsätze trotzdem nicht? Wahrscheinlich, weil die Vorsätze lange Zeit im Hinterkopf vor sich hingeschimmelt sind, aber darüber nachgedacht wurde nicht. Es wurde nicht richtig geplant, die meisten Vorsätze sind nicht einmal ernstzunehmen. Mehr Sport im neuen Jahr? Spätestens bei der ersten Laufrunde im Januar bei eisigen Temperaturen ist der Vorsatz über Bord geworfen. Mit dem Rauchen ist es ähnlich und den Vorsatz, weniger Alkohol zu trinken, hat keiner mehr, weil er in einer alkoholgesteuerten Gesellschaft eh nicht umzusetzen ist.
Zurück zur Frage: Was haben wir 2011 dazugelernt? Diese Frage müsste zu einer Flut von positiven Antworten führen, die uns auf die Schulter klopfen und sagen: "Weiter so, hast du gut gemacht!". Und wahrlich, wir haben doch viel gelernt, oder? Zum Beispiel haben wir spätestens im Sommer gelernt, dass in Ostafrika die Kinder immer noch an Hunger sterben, dass der jahrzehntelange Krieg in Somalia immer noch anhält. Eine Tatsache, die die Nachrichten in ihrer Selbstverliebtheit so lange vergessen hat, dass wir alle glaubten, es sei alles soweit in Butter in diesem trostlosen Fleck Erde. Und ja, dieses Land ist trostlos: eine Wüstenlandschaft durch Rodungen der Wälder, eine radikal-muslimische Miliz, die alle "Nichtgläubigen" vertreibt, wenn sie sie nicht gerade tötet oder verstümmelt. Millionen Menschen, die vor dem Tod durch die Waffe oder dem Hunger nach Kenia fliehen und dort tagelang auf Essensrationen warten (vorausgesetzt, sie halten vor Erschöpfung überhaupt noch so lange durch). Die Solidarität der Menschen im Westen hielt sich in Grenzen, schließlich ist diese Hungersnot, die 12 Millionen Menschen betrifft, eine schleichende Katastrophe, ganz ohne Fluten, Atomkatastrophen oder Erdbeben. Es geht "nur" um einen Krieg, "nur" um einen Konflikt des Glaubens und überhaupt "nur" um Afrika.
Aber (um mal einen positiven Aspekt in die Sache zu bringen) es gab auch viele Menschen, die sich durch diese Katastrophe zum Spenden animiert gefühlt haben. Und das (man beachte die Feinheit!) im Sommer, nicht zur Vorweihnachtszeit! Das Problem ist nur, die Nachricht über die Hungerkatastrophe ist aus den Nachrichten verschwunden, die Problematik existiert aber weiterhin. Nur, weil ein Zustand von "tödlich katastrophal" auf "katastrophal" heruntergesetzt wird, ist das noch lange kein "guter" Zustand. Die Flüchtlinge aus Somalia leben teilweise seit 20 Jahren (!) in Flüchtlingslagern wie dem in Dadaab, inzwischen ist sogar die Rede von getarnten muslimischen Milizkämpfern, die sich in die Flüchtlingslager einschleichen, um dort Essen abzugrasen (ein Krieger will schließlich auch bei Kräften gehalten werden!). Die Problematik in Somalia, allgemein am Horn von Afrika, ist weit tiefgreifender als eine einmalige, mehr oder weniger großzügige Spende. Die Politik im Ausland versagt, wenn es um solche Katastrophen geht; solange es nicht um wirtschaftliche Interessen geht, ist jeglicher Handlungsbedarf nicht gerechtfertigt. Und auch Angela Merkel, die dieses Jahr Afrika besuchte, um "wirtschaftliche Interessen" zu vertreten und im Wesentlichen unter anderen Qualitätswaffen aus Germany an den Afrikaner zu bringen, hat nicht wirklich Interesse am Beenden der Hungerkatastrophe in Ostafrika. Es gab eine einmalige humanitäre Hilfe, um den Rest müssen sich die Menschen dort wohl selbst kümmern. Aber (vielleicht kennen die vollgefressenen Industriemenschen das ja auch aus irgendwelchen Situationen im Leben): wo nix ist, kann auch nix hinkommen! Es ist wie im Sparwesen: wenn man ein Konto eröffnet und der Kontostand konstant bei Null Euro und Null Cent steht, kann auch nix dazukommen.
Aber es gab ja nicht nur Hungerkatastrophen in Afrika, eine ganz neue Bewegung tat sich zum Herbst hin auf: die Herbstrevolution in den Industriestaaten. Angefangen hatte alles mit dem "arabischen Frühling", bei der der westliche Zuschauer, der die Nachrichten sah, plötzlich dachte: "Hoppla! Die Leute dort können sich ja doch gegen diktatorische Regimes wehren!". Wie die Dominosteine fielen in der Folge Tunesien, Ägypten und (nach einem langen Hin und Her und Interventionen von Frankreich, den USA und Großbritannien) auch das Machtregime von Muhammar al Gaddafi in Libyen. Damit gab es ab dem Frühjahr in diesem Jahr nicht nur an dieser Stelle jeden Freitag einen neuen Blogeintrag, sondern in vielen arabischen Ländern Großdemonstrationen, in denen die Mensche für ihr Recht auf Freiheit und Demokratie kämpften. Was ist draus geworden bis zum Jahresende? Nun, Ägypten's ehemaligem Machthaber Mubarak wird der Prozess gemacht, Gaddafi wurde im Bürgerkrieg in Libyen doch irgendwann gefunden und öffentlich (inklusive einiger Mobiltelefone mit Videofunktion, die Zeuge waren) hingerichtet und es gibt/gab Neuwahlen in Ägypten und Tunesien. Gewinner dort wie dort: die muslimische Partei.
Ob das jetzt wirklich ein Sieg für diese Völker sein wird, muss die Zukunft zeigen (wofür sonst haben wir in anderthalb Tagen ein neues Jahr?). Mit der Zeit wird sich herausstellen, wie ergiebig der Protest in diesen Ländern war und auch, ob es den Menschen in Syrien gelingen wird, "Hitler 2.0", besser bekannt als Machtinhaber Assad, loszuwerden. Er hält sich hartnäckig, genauso hartnäckig wie der "Gartenzwerg Irans", Mahmud Ahmadinedschad und noch mehr haben beide gemeinsam, dass sie nicht müde werden, Opportunisten zu töten und dem Westen gleichzeitig zu drohen. Wahrscheinlich ist auch das der Grund, warum der Westen sich so furchtbar ungerne einmischt. Zwar gäbe es in diesen Ländern (im Gegensatz zu ostafrikanischen Staaten) viel Erdöl zu holen (was wirtschaftlich am Interessantesten ist für die westliche Welt), aber das Risiko, selbst ins Visier von Terror und damit Anschlägen zu geraten, ist dann doch ein wenig hoch.
Überhaupt hatten die westlichen Regierungen ab Sommer selbst allerhand zu tun: sämtliche Währungen brachen in sich anscheinend aus heiterem Himmel zusammen. Zumindest schien es so, als befänden wir uns inmitten einer Inflation; dem war zwar nicht der Fall, aber solange es Rating-Agenturen gibt, die so tun, als wären mit einem Schlag Staaten nichts mehr wert, dürfen Regierungen und Wirtschaft weiterhin zittern. Eine Frage wurde dieses Jahr durch Rating-Ageturen gewiss aufgeworfen: wieviel Macht steht (in wirtschaftlichen Fragen) der freien Wirtschaft (sprich: den Investoren) zu im Gegensatz zur Macht des Staates? Dürfen Investoren bzw. ihre Vertreter (= Rating-Agenturen) über das Schicksal ganzer Staaten und damit von Millionen Menschen entscheiden oder gehen sie damit schlichtweg zu weit?
Moralisch möchten Millionen Menschen sagen, sie gehen entschieden zu weit. Und genau aus diesem Grund wurde schnell aus dem "arabischen Frühling" der "Revolutionsherbst" im Westen der Welt. Dabei fing alles so harmlos an, in den USA, die plötzlich ein "Gewissen" bekamen. Die USA, das Vorzeigefohlen des Kapitalismus, das den Sozialismus in Europa als "Schwachstelle" abtat und den Europäern gleichzeitig gerne flächendeckenden Kommunismus vorwarf. Dieses Land ging plötzlich auf die Straße und demonstrierte gegen die 1% der Superreichen im Staat, die über den Großteil des Kapitals im Land verfügen und zulassen, dass der Rest gerade auf oder schon weit unter dem Existenzminimum vor sich hin vegitieren darf. Besonders schockierend die Entwicklung in New York, dem "Big Apple", der Stadt schlechthin, wenn es um Kapitalismus und Reichtum um jeden Preis geht, die Stadt, die alles, was mit viel Geld zu tun hat, zelebriert wie keine andere. Dort gingen die Menschen (die sich selbst die "99%" nennen) auf die Straße, direkt im Börsenviertel, der "Wall Street", und demonstrieren für mehr Fairness auf der Welt. Die Menschen wollen Jobs, sichere Jobs und damit genug Geld, um selbst überleben zu können. Ein Skandal für die 1% Superreichen, die sich plötzlich in ihrem Reichtum bedroht fühlten. Und die Politik? Die spielt natürlich wieder einmal brav den Reichen in die Hände, Demonstranten werden (ähnlich wie in arabischen Diktaturen) mit Knüppeln und Pfeffersprach in die Knie gezwungen, verhaftet und sämtlicher Versammlungsrechte mehr oder weniger beraubt. Ihnen ist plötzlich die Demonstration im Zucotti Park direkt bei der Wall Street nicht mehr erlaubt ist, doch wirklich in aufgeben wollen die Demonstranten nicht.
Schlimmer noch: plötzlich wird überall demonstriert, auch bei der "Frankfurter Börse" und in Berlin. Die Demonstrationen der Deutschen waren allerdings nur ein kleines Strohfeuer, der Deutsche ist nunmal nicht sonderlich stark, wenn es um das Durchhalten geht. Dort haben selbst die US-Amerikaner (denen man in den Vorjahren zugegebenermaßen in diesem Sinne nicht viel zugetraut hat) mehr Stärke bewiesen; Deutschland war zwar gut darin, sich die USA wieder einmal als Vorbild zu nehmen, aber an der Umsetzung hat es schlussendlich doch gemangelt. Vielleicht liegt es aber auch nur daran, dass es uns Deutschen im Gegensatz zu den Amerikanern noch viel zu gut geht; ein zu stabiles Sozialsystem, durch das selbst Arbeitslose und Obdachlose nicht hungern müssen, sorgt im gleichen Moment für Trägheit bei den Menschen. Ein voller Bauch studiert nicht nur nicht gern, er demonstriert noch viel weniger gern. Also heißt es auch hier: wir haben nicht viel dazugelernt im Jahr 2011... nun, vielleicht wird das beim nächsten Mal (sprich: bis Ende 2012) was!
Was gibt es noch, was wir nicht gelernt haben in diesem Jahr? Ich gebe zu, ich bemühe mich gar nicht mehr, das bald vergangene Jahr noch positiv darzustellen. Es gibt zwar viele Dinge, die passiert sind, viele Einsichten, die geschehen sind in vielen Köpfen.... doch für eine flächendeckende Revolution scheint es nie auszureichen. Bester Anhaltspunkt: die Umweltpolitik. Der zuletzt grandios gescheiterte Umweltgipfel in Durban hat gezeigt, dass den Menschen die Umwelt doch ziemlich egal ist. Vielleicht nicht jedem Normalbürger (aber dort auch noch erschreckend vielen!), zumindest aber der gesamten Industrie, die den größten Ausstoß von CO2 verursachen. Allerdings... wenn CO2 wirklich unser einziges Umweltproblem wäre, ginge es uns verdammt gut! Massenhaft Verschwendung von Rohstoffen, das Abholzen der letzten Wälder auf diesem Planeten, die Verschmutzung der Weltmeere ohne Unterlass, dazu die Artenvielfalt, die täglich um 150 Arten dezimiert wird - man fragt sich, ob Mülltrennung oder die Sparsamkeit im eigenen Haushalt wirklich noch hilft, die Menschheit zu retten. Aber Halt! Stopp! Das heißt jetzt nicht, dass wir alle mit unserer eigenen Verschwendung noch hemmungsloser als ohnehin um uns werfen im Wissen, dass der Planet nicht mehr zu retten ist. Wo ist eigentlich die Einsicht, dass der kleine Beitrag von jedem Einzelnen einen großen Fortschritt bringt, hin? Wir lernen jeden Tag immer mehr und immer schneller dazu, aber ausgerechnet dieser Punkt geht uns nicht in den Schädel. Warum? Weil er nicht zum kapitalistischen Weltbild passt, dem wir uns so gerne hingeben? Nein, kein Kommunismus an dieser Stelle, aber ein wenig mehr Vernunft wäre angebracht. Experten schlagen seit Jahren Alarm, was den CO2 Ausstoß ALLER Nationen betrifft (nix mit "Die Chinesen/Inder/Brasilianer sind Schuld!") und trotzdem ändert sich am Verhalten der einzelnen Bürger sehr wenig. Jeder Weg zum Bäcker wird mit dem Auto erledigt, es muss mindestens zweimal pro Jahr ein Urlaub her (das bevorzugt per Flugzeug!) und im Verschwenden von Lebensmitteln sind wir (in Zeiten, wo 1 Milliarde Menschen weltweit unter Hunger leiden) eh Spitze!
Verzicht ist schmerzhaft, Verzicht bedeutet heutzutage, ein Verlierer zu sein... und deswegen verzichtet auch kein Mensch mehr. Wir brauchen alles - und das vorgestern! Vom besten Auto zum modernsten Tablet-PC, es muss alles da sein. Konnten wir vorher ohne leben? Ja sicher! Allerdings laut Apple-Werbung kommt gleich die Frage hinterher: Wie? Und dementsprechend benehmen sich die Konsumenten: es gibt keinen Grund, warum man ohne iPhone oder iPad weiterleben sollte, wenn das Leben mit doch "so viel schöner" ist. Wahrscheinlich war genau aus diesem Suchtkrüppel-Verhalten der Menschheit die Trauer auch so groß, als Steve Jobs dieses Jahr nach langer Krebserkrankung starb. Seitdem ist nur noch die Rede vom "Messias, der die Welt veränderte". Jesus wurde also tatsächlich reinkarniert - und zu Lebzeiten zum Messias gemacht! Schöne neue Kapitalismuswelt!
Scherz beiseite: was haben wir gelernt? Außer, dass wir alles brauchen und nix mehr hergeben wollen, dass Revolutionen nichts bringen, weil wir kein Durchhaltevermögen haben und wir uns am Ende des Tages nur für uns selbst interessieren? Wahrscheinlich wiedermal das Übliche: dass wir (heute mehr denn je) soziale Kontakte brauchen. Diese aber bitte bevorzugt über soziale Netzwerke, denn Kontakt zu realen Menschen in der realen Welt ist viel zu anstrengend und passt so gar nicht in die von Burnout und der gefühlten 60 Stunden Arbeitswoche geprägten Gesellschaft hinein. Wie gut, dass es für solche Fälle facebook, wkw und Co. gibt! Hier kann man die Stunden, die man eigentlich gar nicht hat, am Computer verbringen und mit Menschen chatten oder ihren Status kommentieren, die man entweder aus grauer Vorzeit (sprich: vor dem PC), nur sehr flüchtig oder überhaupt nicht kennt. Der Effekt: man fühlt sich diesen Menschen wesentlich verbundener, als würde man mit ihnen im wahren Leben reden. Warum? Weil man plötzlich geneigt ist, viel mehr von sich diesen Menschen preiszugeben als im wahren Leben. Sehr schnell redet man da von intimsten Details, weil man bei all der Tipperei denkt, man würde quasi mit sich selbst oder seinem persönlichen Therapeuten reden. Um so größer die Enttäuschung, wenn diese Menschen plötzlich all das gesammelte Wissen gegen einen verwenden. Immer wieder gibt es Fälle von Suizid durch soziale Netzwerke, aber das interessiert nur die Wenigsten. Mark Zuckerberg zum Beispiel am Wenigsten, der führt kurzerhand seinen neuen Clou, genannt "Timeline", ein, mit dem die Leute endgültig alles von sich preisgeben können, bis auf die Unterhose, die sie gerade an diesem Tag tragen. Aber keine Sorge: für dieses Problem wird es wohl auch bald eine Lösung geben.
Nun, das Jahr neigt sich dem Ende und auch ich frage mich, bei all der Schreiberei und allem anderen, was ich so erlebt habe: "Was habe ich dazugelernt?". Kleine, simple Weisheiten am Wegesrand, die ich aufgeschnappt habe; wie z. B. die Tatsache, dass die Rating-Agentur "Fitch" eigentlich eine Abkürzung für "Fucking Bitch" ist (Danke an Chin Meyer dafür! ;-)). Außerdem der endgültige Beschluss, dass soziale Netzwerke nutzlos, nutzloser und am Nutzlosesten sind. Und die Entdeckung, dass sich Veganer nicht nur von Rohkost ernähren (das MUSS an dieser Stelle auch mal erwähnt sein, denn die Erkenntnis, dass man ohne Fleisch fast besser leben kann als mit, glauben die Wenigsten... sie stimmt allerdings!). Ich habe festgestellt, dass die Menschen sich nur ungern ändern (mir inklusive!), den Meisten aber eine Änderung auch mal gut tun würde (mir inklusive!). Deswegen habe ich meine Neujahresvorsätze bereits jetzt in die Tat umgesetzt, mich von Menschen und Lebensweisen, die mir potenziell schaden, getrennt und mehr Zufriedenheit in mein Leben gebracht.
Sonst noch was? Ach ja, ich habe gelernt, dass ich mit Menschen, die mit der CDU was zu tun haben bzw. hatten, einfach nicht kann, egal, wie oft sie mir erklären wollen, die CDU sei eine "soziale Partei". Vielleicht stimmen die Vorurteile doch: Menschen unterschiedlicher Konfessionen können selten gut miteinander, genauso verhält es sich mit der Politik und Parteienzugehörigkeiten (dabei gehöre ich nichtmal einer Partei an!). Aber sagen wir mal so: solange diese Menschen von der CDU keine Heuchler sind, könnte ich theoretisch mit ihnen. Ich bin nur noch keinem Vertreter dieser Partei begegnet, der sich nicht als solcher entpuppt hätte! Aber dazu dient wohl das neue Jahr: damit wir wieder was Neues dazulernen! Und vielleicht wird die CDU im nächsten Jahr nicht zur "Partei non grata des Jahres" bei mir.
Ob man seine Vorsätze im neuen Jahr halten kann? Das kann ich kaum beurteilen. Einen Versuch ist es jedenfalls wert - und eins weiß ich: indem ich meine Vorsätze jetzt schon umgesetzt habe, bin ich den Neujahrsvorsätze-Umsetzer einen ganzen Monat voraus. So viel zur Psychologie der Zeit.
Egal, ich wünsche allen Lesern (auch wenn es wenige sind) einen guten Rutsch ins neue Jahr, eine gute Zeit für 2012, viele Gründe zur Freude, viele zum Lachen (hab ich auf einem Kalender gelesen, den Wunsch finde ich besonders nett und übernehme ich einfach mal!) und allgemein Zufriedenheit, Demut und neue Einsichten, die dann hoffentlich auch zu Änderungen führen. Für Veränderungen ist es schließlich nie zu spät, an keinem Tag des Jahres!
In diesem Sinne, einen guten Rutsch und bis zum nächsten Freitag an gleicher Stelle.
LG Gene :-)
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Freitag, 30. Dezember 2011
Kuss, Schuss, Schluss und wech - 2011 verabschiedet sich!
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Freitag, 4. November 2011
"Hol den Vorschlaghammer!" - Ein "Denkmal für Männer" oder: Nutzen und Schaden der Medienwelt, Kapitel 2
Die Frage nach dem Wochenthema stellte sich für mich dieses Mal eigentlich so gut wie gar nicht, denn ich möchte nach dem Eintrag letzte Woche zum Thema "Fernsehen" die Serie über die Medienwelt diese Woche unmittelbar abschließen und es ist (wieder einmal) so einiges passiert in meinem eigenen subjektiven Sichtfeld, dass alle anderen Weltprobleme auf Seite gelegt werden können. Okay, wenn wir mal ehrlich sind, viele Weltprobleme gibt es nicht, man möchte nicht einmal die Wörter "Eurokrise" oder "Griechenland" in den Mund nehmen oder sich über Kriegsgebiete wie Syrien unterhalten, in denen die Demokratisierung wohl nie ohne Einsatz der NATO geschehen kann, die sich aber konsequent weigert. Schöne, mutige, westliche, reiche Welt!
Aber wie gesagt, das alles soll mal heute nicht mein Thema sein. Ich sprach über die Medienwelt und wie wir uns alle dank ihr verändert haben. Aber das Ganze mit dem Faktor "Fernsehen" abzutun, wäre ja in solch komplexen Zeiten viel zu einfach. Denn das Fernsehen gibt es in Deutschland bereits seit den 50er Jahren und das hat nicht von heute auf morgen dazu geführt, dass die Menschen alle gefühlskalt wurden. Selbst in den 80er oder 90er Jahren hielt sich die arktische Kälte der Menschen ihren Mitmenschen gegenüber noch in Grenzen. Doch dann gab es eine wundersame Entdeckung, die sich in den letzten genau 20 Jahren breitgemacht hat (vor Kurzem hatte diese Erfindung sogar Geburtstag): die Rede ist vom "Internet".
Inzwischen wird das Internet sogar in seiner Eigenschaft als lebensnotwendig bezeichnet, ähnlich wie das Fernsehen. Es reicht also nicht mehr, nur über das Tagesgeschehen Bescheid zu wissen, man muss sich auch jederzeit jede Information beschaffen können, auf die man gerade Lust hast. Soweit die Theorie. Schön und gut, das Internet eröffnete der Menschheit ganz neue Möglichkeiten: nicht nur, dass man an Informationen herankam, man konnte an diese Informationen in unbegrenztem Maße kommen. In solch einem Maße, dass man daran zu heute bereits daran zu ersticken droht. Denn der entscheidende Nachteil des Internets ist: es vergisst nichts, unter keinen Umständen. Diese Erkenntnis wird uns allen allerdings erst heute bewusst.
Das unendliche Wissen des Internets beinhaltet unnötige wie nützliche Informationen, die jederzeit und von jedem der in Besitz eines Computers mit Internetanschlusses ist abgerufen werden können. Und diese Möglichkeiten geben dem "Otto Normalverbraucher" eine wahnsinnige Macht in die Hand - andererseits führen sie auch dazu, dass Macht mißbraucht, nicht genutzt oder in dem falschen Sinn benutzt wird. Nun könnte man natürlich definieren, wie diese Macht "richtig" gebraucht werden könnte, was allerdings Blödsinn wäre, immerhin lebt jeder Mensch sein Leben anders und gebraucht damit auch das Internet auf ganz individuelle Weise.
Nun gut, der größte Fehler am Internet ist wohl nur, dass es längst nicht mehr als Informationsquelle in erster Instanz dient. Internet heißt auch (speziell in den letzten 5 Jahren) "Sozialnetzwerke". Erst auf Seiten dieser Kategorie fangen die Drähte richtig heiß an zu glühen. Und seit "Facebook" auf die deutsche Bevölkerung losgelassen wurde, ist es eine Lawine, die mit massiver Geschwindigkeit ins Tal "Gesellschaft" rollt. Es scheint fast, als würde sich alles nur noch darum drehen, wir leben nur noch in Zeiten von "Postings" "Kommentaren" und dem "Gefällt mir"-Button. Das erlebe ich täglich und überall, ich sehe nur noch Leute, die ständig ob auf dem Mobiltelefon oder am Laptop die neuesten Updates checken und fanatisch auf neue Nachrichten von ihren "Freunden" warten. Der Verdacht mag sich da aufdrängen, dass Menschen nur noch Freunde haben, damit sie ihre Gedanken im Internet öffentlich kommentieren können oder sich über deren Updates über die Person schlau zu machen. Es ist allerdings nur teilweise der Fall, dass Menschen fast ausschließlich über das Internet als Freunde Kontakt pflegen, obwohl sie sich im wahren Leben kennen. Nur, die Gesprächsthemen im wahren Leben unter Freunden werden auch nur noch auf Basis geführt à la "Hast du schon die neuen Bilder von xy bei facebook gesehen?" oder "Krass, der neue Kommentar von XX bei wkw zur Party, oder?". Mit anderen Worten: selbst in der realen Welt scheint sich nur noch alles um die Virtualität zu drehen. Es geht nur noch um Freundschaften und wie öffentlich sie in sozialen Netzwerken zelebriert werden - das Allerschlimmste daran ist nur, dass es nicht einmal Freundschaften sein müssen, um als "sozial "wertvolle" Kontakte" gezeigt zu werden.
Gerade mit diesem Punkt habe ich so meine Probleme. Erst vor Kurzem habe ich ein neues Studium begonnen und natürlich auch Menschen dadurch kennengelernt (mehr oder weniger). Dass die mich dann allerdings auf "facebook" als Kontakt hinzufügen wollen, andererseits mit mir kein persönliches Wort wechseln, ist für mich doch eine sehr merkwürdige Geschichte, gerade wenn diese Personen dann Freundeszahlen jenseits der 300 haben. Kein Mensch im wahren Leben hat 300 Freunde - zumindest nicht, wenn man einen Freund als einen Menschen definiert, dem man vertraut, mit dem man durch Dick und Dünn gehen würde und dem ein Teil seines Herzens gehört. Man kann ein Herz zwar zerhacken, aber in mehr als 300 Stücke ist schon verdammt schwierig. Und was das Vertrauen betrifft: selbst die beliebtesten Stars oder der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika traut so vielen Menschen auf persönlicher oder auch auf beruflicher Basis. Nun, wahrscheinlich möchten die Menschen in sozialen Netzwerken sich gerne wie Stars fühlen, indem sie hunderte oder gar tausende Freunde habe - aber macht sie das wirklich beliebt? Ein Mensch, der 800 Freunde auf der Facebook-Liste hat, ist also "gesellschaftsfähig" oder "sozial integriert"? Beweist eine solche Anzahl an Freunden und Bekannten nun charakterliche Größe oder eher die absolute Anpassung?
Allerdings macht nicht nur die Auswahl der Menschen, denen man sich mehr oder minder Nahe fühlt, das Internet zu einem Ort, an dem die Welt oft auf dem Kopf steht. Dieser Blogeintrag ist diesmal (nicht zum ersten Mal) den "Männern" gewidmet - oder sagen wir mal das, was von ihnen übrig geblieben ist. Denn Männer sind längst nicht mehr das, was sie früher einmal waren - jaaa, klingt nach großem Klischee und dem Jammern einer Nachkriegswitwe, aber so ganz unrecht habe ich damit nicht. Wenn man die Generationen von Männern in früheren Zeiten mit denen von heute vergleicht, wird einem schon ein wenig mulmig zumute; schlimmer noch: man wird ziemlich traurig, wenn man sieht, wie sich Männer in Zeiten von emanzipierten Frauen, die alles sagen und tun dürfen, benehmen.
Es scheint, als hätten Männer die Phase der Gleichberechtigung nicht gut verkraftet. Frauen, die selbstbewusst waren, hatten es noch nie leicht, wenn man sich die Geschichte von Frauenrechtlerinnen und Künstlerinnen mit eigenem Kopf anguckt. Groteskerweise sind selbstbewusste, intelligente Frauen heute aber weitaus benachteiligter und haben es viel schwerer, ihren Standpunkt klarzustellen als je zuvor. Man (oder Frau!) könnte meinen, es dürfte viel einfacher in aufgeklärten Zeiten sein, als Frau etwas zu erreichen und es gibt auch durchaus einige Frauen, die etwas in ihrem Leben erreichen. Nur haben sich diese Frauen allesamt nicht an Männern aufgehalten, um ihr Ziel zu erreichen - oder sie haben Männer benutzt, um zu erreichen, was sie erreichen wollten. Das Klischee stimmt (leider!) immer noch: man muss sich erst bei genug Vertretern des "starken" Geschlechts eingeschleimt haben, dann kann man auch (nach viel Speichelleckerei) als Frau in die erste Liga aufsteigen.
Unterschied der Penisträger von Heute im Gegensatz zu Männern der alten Schule: es fehlen die Manieren, der Respekt Frauen gegenüber und einfach die Größe, einer intelligenten Frau auf Augenhöhe zu begegnen, denn entweder wird sie niedergemacht, weil das "starke" Geschlecht sich auf einmal in der unterlegenen Position sieht oder sie wird einfach ignoriert oder nicht für Voll genommen, wahrscheinlich aus dem gleichen Grund. Natürlich waren Männer in damaligen Zeiten eher in der Lage, großzügig mit Frauen umzugehen, ihnen die Tür aufzuhalten und freundlich zu ihnen zu sein, weil sie als "Heimchen am Herd" galten. Schließlich waren sie keine Konkurrenz, damals mussten Männer nur darauf achten, sich gegen andere Männer durchzusetzen.
Und dann kam sie, der Schrecken aller Männer: die Emanzipation. Plötzlich wollten Frauen mehr als nur ein paar Rechte, sie wollten Entscheidungen treffen können - und sie wollten in sämtlichen Berufen arbeiten dürfen, in denen auch Männer arbeiten. Bis heute arbeiten Frauen in allen Berufsbereichen mit - allerdings weiß man nicht, ob Frauen deswegen wirklich schlechter als je zuvor behandelt werden wollten. Das erklärte Ziel wird wohl nur gewesen sein, als Menschen gleich behandelt zu werden, doch nur in den positiven Aspekten des Lebens. Das Negative blendet der Mensch in seiner Naivität oft gerne aus - so wohl auch die Frauen allgemein in diesem Fall.
Frauen haben nun also nicht nur die gleichen Möglichkeiten wie Männer, sie werden von Männern auch behandelt, als wären sie Geschlechtsgenossen. Und noch ein bisschen schlimmer! Denn, wenn Frauen behandelt würden wie Männer, wäre das gar nicht mal das große Problem. Doch der Faktor "Sex" kommt immer und ständig hinzu. Also "dissen" Männer Frauen, als wären sie Konkurrenten im frisch bepieselten Revierbereich und im nächsten Moment machen sie die Frauen an, als seien sie eigentlich sowieso zu nicht mehr zu gebrauchen. Wie da die Überleitung zurück zum Internet kommt, kann sich wohl jeder denken. Und nein, es geht mir nicht um die 50 Millionen Pornoseiten im Internet (nein, die Zahl ist nicht verifiziert sondern nur eine mehr oder weniger übertriebene Einschätzung!). Pornos sind Gebrauchsgegenstände, da fängt längst nicht das Problem "Männer und ihr Verhalten Frauen gegenüber" an. Sicher, Emanzen à la Alice Schwartzer verurteilen Pornografie und dass die Frau dadurch zum Objekt gemacht wird. Ich gebe auch zu, der Porno an sich wird dem Ansehen der Frau eher geschadet als genutzt haben (bei Männern ist es übrigens gerade umgekehrt!). Das Gesamtbild allerdings zeigt, dass Pornos nur ein Teil im Uhrwerk Diskriminierung Frauen gegenüber ist.
Sex als Diskriminierungsmittel macht sich deswegen so gut, weil sich unser aller Leben mehr oder weniger darum dreht. Es geht um Fortpflanzung, Erhaltung der Art (obwohl man sich getrost fragen darf, ob bei 7 Milliarden Erdenbewohnern die weitere Ausweitung der Spezies erforderlich ist) und in nicht kleinem Umfang um den "Spaß an der Sache". Der Mensch "schnackselt" eben gerne, nicht nur der Schwarze an sich, wie Gloria von Thurn und Taxis einmal unpassenderweise in der Talkshow "Friedmann" äußerte. Alle Menschen "tun" es gerne, ob schwarz, weiß, arm, reich, intelligent oder einfach nur "liebenswert unterbemittelt". Solange man weiß, wo man was hineinsteckt, scheint der Mensch am Ziel seiner sexuellen Befriedigung angelangt. Und in immer schnelllebigeren Zeiten mit immer mehr Menschen und zu vielen Möglichkeiten, aus denen gewählt werden kann, sieht sich der Mensch auch gerne in der Versuchung, knallhart im Auswahlverfahren zu werden. Speziell Frauen entwickeln diese Eigenschaft, allerdings auch aus der Furcht, viel zu schnell als "geiles Flittchen" abgestempelt zu werden. Und wenn zu viele Männer zu oft Sex haben wollen, machen Frauen irgendwann zu. Auch in der Partnersuche. Genau dort setzt dann das "unverschämte Verhalten der Penisträger" an: wenn sie nicht erreichen, was sie wollen, werden sie beleidigend bis drohend und am Besten noch unter der Gürtellinie persönlich.
Wo sonst könnte solch ein Verhalten besser gelebt werden als im Internet? Speziell über "soziale" Netzwerke wird schnell die eigene gute Kinderstube vergessen (wenn man sie denn je besessen hat) und wirft wild mit den Bauklötzchen um sich, die man vor Wut jemandem an den Kopf schmeißen möchte. Männer benehmen sich, wenn sie mit ihrem Balzverhalten im Internet nichts erreichen gerne wie kleine Kinder im Sandkasten: wenn sie das Förmchen und Eimerchen, das ihnen gar nicht gehört, sie aber unbedingt haben wollen nicht bekommen, werden sie böse, fangen an zu schreien und sich auf den Boden zu werfen, bis sie mit ihrem lautstarken Verhalten endgültig die gesamte Umwelt entweder eingeschüchtert oder genervt haben. Übertragen auf den Mann heißt das: Er macht Ihr ein vermeintlich "verführerisches" Angebot (sei es nun das harmlose "Kennenlernen" oder direkt der "One Night Stand") und wenn Sie dann entrüstet, gelangweilt oder einfach nur angewidert ablehnt, wird Er zu der Furie, die man sonst nur Frauen unterstellt: dann erschafft Er sich einen ganzen Bauernhof an Beleidigungen (von Kuh bis Ziege ist dann alles dabei!) und wenn das nicht hilft, wird es wirklich persönlich.
Ein sehr witziger Aspekt an dieser Sache ist nur eins: als Singlefrau wird man oft und gerne von einem Mann als "unbefriedigte Ziege" (wieder Bauernhof!) abgestempelt. So weit so schön gehässig. Das Schlimme für die Frau ist nur, sie kommt aus der Nummer nie wieder raus - ihr Leben lang nicht. Da kann sie auch ihr Leben verändern, wie es ihr gefällt, die Männer werden in ihr immer die Unbefriedigte sehen, wenn sie den Sex mit ihnen ablehnen. "Ausreden" der Frauen, dass Er z. B. gar nicht ihr Typ ist, sie nichts gemeinsam haben etc. zählen in der Männerwelt nicht. Eine Frau, die 20 und Single ist und nicht direkt Sex mit einem Mann haben will, ist eine unbefriedigte, arrogante Ziege. Eine Frau mit 40 (Single) ist eine unbefriedigtes, altes Huhn (ja, schon mit 40! wir reden hier von Männereinstellungen!), andererseits ist eine 40jährige, verpartnerte Frau, die nicht auf Anmachangebote eingehen, eine unbefriedigte Frau, die es von ihrem Mann "nicht richtig besorgt" bekommt. Und in beiden Fällen ist eine Frau mit 60 1. uninteressant für jede Form der Anmache und 2. hat sie gar nicht mehr das Recht, nach der Menopause überhaupt noch Sex zu haben. Da der Mann quasi ein Leben lang befruchten kann, gilt diese Regel für ihn natürlich nicht: er darf immer und für alle Zeiten balzen und korpulieren. Wenn es gehen würde, sogar noch nach dem Tode (vielleicht lassen sich Männer dafür irgendwann auch noch etwas einfallen!).
"Hol den Vorschlaghammer" - eine Zeile, die mir spontan aus dem Song "Denkmal" von "Wir sind Helden" eingefallen sind und an den ich im Zusammenhang mit dem Internet denken muss. Nein, ich möchte nicht das Internet zerstören - das geht (leider!) sowieso nicht. So gerne ich selbst auch das Internet nutze und ich einsehe, welch gute Eigenschaften das Internet haben KANN erschreckt es mich, für wieviel Blödsinn und Negatives das Internet genutzt wird. Die Belästigung des Anderen durch Zudringlichkeiten und Beleidigungen machen vor dem Internet nicht halt, im Gegenteil: sie werden durch die räumliche Entfernung der Streitparteien wesentlich schlimmer, in ihrer Wortwahl gewalttätiger und durch die Anonymität gewagter. Menschen trauen sich nur noch, sich über das Internet zu beleidigen, zu lästern und gegenseitig persönlich zu beschimpfen, wo sie im wahren Leben nicht einmal den Mund aufbekommen, ihre eigene Meinung zu sagen. Die Hemmschwellen im wahren Leben wachsen (in der ach so aufgeklärten und gebildeten Gesellschaft!) immer weiter, im Internet gibt es allerdings keine Grenzen mehr: die Dummheit, die Borniertheit und dazu die Gehässigkeit gepaart mit grenzenlosem Geltungsbedürfnis öffnen Tür und Tor allem, was zerstörerisch auf einen anderen Menschen und damit im Großen auch auf das Zusammenleben einer gesamten Gesellschaft wirken kann.
Menschen, die sich nur noch über das Internet identifizieren und im wahren Leben der virtuellen zuviel Raum geben, werden zu realitätsfernen Zombies, denen der Schein wichtiger als das Sein ist. Das Gegenüber nicht über das facebook-Profil, das picasa-Webalbum oder die youtube-Videos zu beurteilen fällt den meisten Menschen verdammt schwer. Aber es ist immer noch möglich, es gab Zeiten, in denen ging das. Und genau betrachtet ist das Internet auch nur eine von vielen Drogen, für die man sich entscheiden kann - oder bei denen man einfach auf "kalten Entzug" geht.
Und die Penisträger von Heute? Werden sie aus ihrem Tief herauskommen, die vermeintliche "Niederlage", die sie durch die Emanzipation einstecken mussten, überwinden und wieder zur alten Form zurückfinden? Regieren dürfen sie mehrheitlich noch, sie sind die Vorstandsvorsitzenden und in den Vorstandsgremien der größten Unternehmen dieser Erde. Das ist es auch, was ihr Ego noch einigermaßen auf der Höhe hält. Umso schwerer fällt ihnen, dass die Weibchen selbstbewusster denn je ihre Männchen aussuchen. Und wenn sie dann nicht erreichen, was sie wollen, schlagen sie mit all der Härte des Mannes, der sie in einer früheren Zeit einmal waren, zurück. Leider ist das dann auch die einzige Situation, in der sie "zuschlagen", wenn es um das gekränkte Ego geht. Der Rest der Zeit machen sich Penisträger nur durch das "Weichei-Syndrom" bemerkbar, das Jammern über Krankheiten und Misserfolge oder die Unfähigkeit "anzupacken", sodass Frauen selbst bei körperlich schweren Arbeiten eher selbst Hand anlegen müssen, als sich auf das "starke" Geschlecht zu verlassen.
Vielleicht fühlen sich Männer nur benachteiligt, ihnen wurden in den letzten Dekaden einige Förmchen weggenommen, die Dominanz der Entscheidung und die Vormachtstellung in allen Lebensbereichen. Man muss Verständnis aufbringen für die Penisträger, sie können einem schon fast leidtun. Fast! Denn wer bringt schon das große Mitleid für die Frauen dieser Welt auf und das, was sie tagtäglich (meist durch die Hand eines "Mannes") zu ertragen haben? Darüber kann noch weit länger diskutiert werden, doch für den heutigen Eintrag holen wir einfach unseren Vorschlaghammer und zerschlagen männliche Attitüden wie schlecht gemachte Denkmäler.
In diesem Sinne an alle Leser des Blogs ein schönes Wochenende - bis zum nächsten Freitag!
LG Gene :-)
Aber wie gesagt, das alles soll mal heute nicht mein Thema sein. Ich sprach über die Medienwelt und wie wir uns alle dank ihr verändert haben. Aber das Ganze mit dem Faktor "Fernsehen" abzutun, wäre ja in solch komplexen Zeiten viel zu einfach. Denn das Fernsehen gibt es in Deutschland bereits seit den 50er Jahren und das hat nicht von heute auf morgen dazu geführt, dass die Menschen alle gefühlskalt wurden. Selbst in den 80er oder 90er Jahren hielt sich die arktische Kälte der Menschen ihren Mitmenschen gegenüber noch in Grenzen. Doch dann gab es eine wundersame Entdeckung, die sich in den letzten genau 20 Jahren breitgemacht hat (vor Kurzem hatte diese Erfindung sogar Geburtstag): die Rede ist vom "Internet".
Inzwischen wird das Internet sogar in seiner Eigenschaft als lebensnotwendig bezeichnet, ähnlich wie das Fernsehen. Es reicht also nicht mehr, nur über das Tagesgeschehen Bescheid zu wissen, man muss sich auch jederzeit jede Information beschaffen können, auf die man gerade Lust hast. Soweit die Theorie. Schön und gut, das Internet eröffnete der Menschheit ganz neue Möglichkeiten: nicht nur, dass man an Informationen herankam, man konnte an diese Informationen in unbegrenztem Maße kommen. In solch einem Maße, dass man daran zu heute bereits daran zu ersticken droht. Denn der entscheidende Nachteil des Internets ist: es vergisst nichts, unter keinen Umständen. Diese Erkenntnis wird uns allen allerdings erst heute bewusst.
Das unendliche Wissen des Internets beinhaltet unnötige wie nützliche Informationen, die jederzeit und von jedem der in Besitz eines Computers mit Internetanschlusses ist abgerufen werden können. Und diese Möglichkeiten geben dem "Otto Normalverbraucher" eine wahnsinnige Macht in die Hand - andererseits führen sie auch dazu, dass Macht mißbraucht, nicht genutzt oder in dem falschen Sinn benutzt wird. Nun könnte man natürlich definieren, wie diese Macht "richtig" gebraucht werden könnte, was allerdings Blödsinn wäre, immerhin lebt jeder Mensch sein Leben anders und gebraucht damit auch das Internet auf ganz individuelle Weise.
Nun gut, der größte Fehler am Internet ist wohl nur, dass es längst nicht mehr als Informationsquelle in erster Instanz dient. Internet heißt auch (speziell in den letzten 5 Jahren) "Sozialnetzwerke". Erst auf Seiten dieser Kategorie fangen die Drähte richtig heiß an zu glühen. Und seit "Facebook" auf die deutsche Bevölkerung losgelassen wurde, ist es eine Lawine, die mit massiver Geschwindigkeit ins Tal "Gesellschaft" rollt. Es scheint fast, als würde sich alles nur noch darum drehen, wir leben nur noch in Zeiten von "Postings" "Kommentaren" und dem "Gefällt mir"-Button. Das erlebe ich täglich und überall, ich sehe nur noch Leute, die ständig ob auf dem Mobiltelefon oder am Laptop die neuesten Updates checken und fanatisch auf neue Nachrichten von ihren "Freunden" warten. Der Verdacht mag sich da aufdrängen, dass Menschen nur noch Freunde haben, damit sie ihre Gedanken im Internet öffentlich kommentieren können oder sich über deren Updates über die Person schlau zu machen. Es ist allerdings nur teilweise der Fall, dass Menschen fast ausschließlich über das Internet als Freunde Kontakt pflegen, obwohl sie sich im wahren Leben kennen. Nur, die Gesprächsthemen im wahren Leben unter Freunden werden auch nur noch auf Basis geführt à la "Hast du schon die neuen Bilder von xy bei facebook gesehen?" oder "Krass, der neue Kommentar von XX bei wkw zur Party, oder?". Mit anderen Worten: selbst in der realen Welt scheint sich nur noch alles um die Virtualität zu drehen. Es geht nur noch um Freundschaften und wie öffentlich sie in sozialen Netzwerken zelebriert werden - das Allerschlimmste daran ist nur, dass es nicht einmal Freundschaften sein müssen, um als "sozial "wertvolle" Kontakte" gezeigt zu werden.
Gerade mit diesem Punkt habe ich so meine Probleme. Erst vor Kurzem habe ich ein neues Studium begonnen und natürlich auch Menschen dadurch kennengelernt (mehr oder weniger). Dass die mich dann allerdings auf "facebook" als Kontakt hinzufügen wollen, andererseits mit mir kein persönliches Wort wechseln, ist für mich doch eine sehr merkwürdige Geschichte, gerade wenn diese Personen dann Freundeszahlen jenseits der 300 haben. Kein Mensch im wahren Leben hat 300 Freunde - zumindest nicht, wenn man einen Freund als einen Menschen definiert, dem man vertraut, mit dem man durch Dick und Dünn gehen würde und dem ein Teil seines Herzens gehört. Man kann ein Herz zwar zerhacken, aber in mehr als 300 Stücke ist schon verdammt schwierig. Und was das Vertrauen betrifft: selbst die beliebtesten Stars oder der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika traut so vielen Menschen auf persönlicher oder auch auf beruflicher Basis. Nun, wahrscheinlich möchten die Menschen in sozialen Netzwerken sich gerne wie Stars fühlen, indem sie hunderte oder gar tausende Freunde habe - aber macht sie das wirklich beliebt? Ein Mensch, der 800 Freunde auf der Facebook-Liste hat, ist also "gesellschaftsfähig" oder "sozial integriert"? Beweist eine solche Anzahl an Freunden und Bekannten nun charakterliche Größe oder eher die absolute Anpassung?
Allerdings macht nicht nur die Auswahl der Menschen, denen man sich mehr oder minder Nahe fühlt, das Internet zu einem Ort, an dem die Welt oft auf dem Kopf steht. Dieser Blogeintrag ist diesmal (nicht zum ersten Mal) den "Männern" gewidmet - oder sagen wir mal das, was von ihnen übrig geblieben ist. Denn Männer sind längst nicht mehr das, was sie früher einmal waren - jaaa, klingt nach großem Klischee und dem Jammern einer Nachkriegswitwe, aber so ganz unrecht habe ich damit nicht. Wenn man die Generationen von Männern in früheren Zeiten mit denen von heute vergleicht, wird einem schon ein wenig mulmig zumute; schlimmer noch: man wird ziemlich traurig, wenn man sieht, wie sich Männer in Zeiten von emanzipierten Frauen, die alles sagen und tun dürfen, benehmen.
Es scheint, als hätten Männer die Phase der Gleichberechtigung nicht gut verkraftet. Frauen, die selbstbewusst waren, hatten es noch nie leicht, wenn man sich die Geschichte von Frauenrechtlerinnen und Künstlerinnen mit eigenem Kopf anguckt. Groteskerweise sind selbstbewusste, intelligente Frauen heute aber weitaus benachteiligter und haben es viel schwerer, ihren Standpunkt klarzustellen als je zuvor. Man (oder Frau!) könnte meinen, es dürfte viel einfacher in aufgeklärten Zeiten sein, als Frau etwas zu erreichen und es gibt auch durchaus einige Frauen, die etwas in ihrem Leben erreichen. Nur haben sich diese Frauen allesamt nicht an Männern aufgehalten, um ihr Ziel zu erreichen - oder sie haben Männer benutzt, um zu erreichen, was sie erreichen wollten. Das Klischee stimmt (leider!) immer noch: man muss sich erst bei genug Vertretern des "starken" Geschlechts eingeschleimt haben, dann kann man auch (nach viel Speichelleckerei) als Frau in die erste Liga aufsteigen.
Unterschied der Penisträger von Heute im Gegensatz zu Männern der alten Schule: es fehlen die Manieren, der Respekt Frauen gegenüber und einfach die Größe, einer intelligenten Frau auf Augenhöhe zu begegnen, denn entweder wird sie niedergemacht, weil das "starke" Geschlecht sich auf einmal in der unterlegenen Position sieht oder sie wird einfach ignoriert oder nicht für Voll genommen, wahrscheinlich aus dem gleichen Grund. Natürlich waren Männer in damaligen Zeiten eher in der Lage, großzügig mit Frauen umzugehen, ihnen die Tür aufzuhalten und freundlich zu ihnen zu sein, weil sie als "Heimchen am Herd" galten. Schließlich waren sie keine Konkurrenz, damals mussten Männer nur darauf achten, sich gegen andere Männer durchzusetzen.
Und dann kam sie, der Schrecken aller Männer: die Emanzipation. Plötzlich wollten Frauen mehr als nur ein paar Rechte, sie wollten Entscheidungen treffen können - und sie wollten in sämtlichen Berufen arbeiten dürfen, in denen auch Männer arbeiten. Bis heute arbeiten Frauen in allen Berufsbereichen mit - allerdings weiß man nicht, ob Frauen deswegen wirklich schlechter als je zuvor behandelt werden wollten. Das erklärte Ziel wird wohl nur gewesen sein, als Menschen gleich behandelt zu werden, doch nur in den positiven Aspekten des Lebens. Das Negative blendet der Mensch in seiner Naivität oft gerne aus - so wohl auch die Frauen allgemein in diesem Fall.
Frauen haben nun also nicht nur die gleichen Möglichkeiten wie Männer, sie werden von Männern auch behandelt, als wären sie Geschlechtsgenossen. Und noch ein bisschen schlimmer! Denn, wenn Frauen behandelt würden wie Männer, wäre das gar nicht mal das große Problem. Doch der Faktor "Sex" kommt immer und ständig hinzu. Also "dissen" Männer Frauen, als wären sie Konkurrenten im frisch bepieselten Revierbereich und im nächsten Moment machen sie die Frauen an, als seien sie eigentlich sowieso zu nicht mehr zu gebrauchen. Wie da die Überleitung zurück zum Internet kommt, kann sich wohl jeder denken. Und nein, es geht mir nicht um die 50 Millionen Pornoseiten im Internet (nein, die Zahl ist nicht verifiziert sondern nur eine mehr oder weniger übertriebene Einschätzung!). Pornos sind Gebrauchsgegenstände, da fängt längst nicht das Problem "Männer und ihr Verhalten Frauen gegenüber" an. Sicher, Emanzen à la Alice Schwartzer verurteilen Pornografie und dass die Frau dadurch zum Objekt gemacht wird. Ich gebe auch zu, der Porno an sich wird dem Ansehen der Frau eher geschadet als genutzt haben (bei Männern ist es übrigens gerade umgekehrt!). Das Gesamtbild allerdings zeigt, dass Pornos nur ein Teil im Uhrwerk Diskriminierung Frauen gegenüber ist.
Sex als Diskriminierungsmittel macht sich deswegen so gut, weil sich unser aller Leben mehr oder weniger darum dreht. Es geht um Fortpflanzung, Erhaltung der Art (obwohl man sich getrost fragen darf, ob bei 7 Milliarden Erdenbewohnern die weitere Ausweitung der Spezies erforderlich ist) und in nicht kleinem Umfang um den "Spaß an der Sache". Der Mensch "schnackselt" eben gerne, nicht nur der Schwarze an sich, wie Gloria von Thurn und Taxis einmal unpassenderweise in der Talkshow "Friedmann" äußerte. Alle Menschen "tun" es gerne, ob schwarz, weiß, arm, reich, intelligent oder einfach nur "liebenswert unterbemittelt". Solange man weiß, wo man was hineinsteckt, scheint der Mensch am Ziel seiner sexuellen Befriedigung angelangt. Und in immer schnelllebigeren Zeiten mit immer mehr Menschen und zu vielen Möglichkeiten, aus denen gewählt werden kann, sieht sich der Mensch auch gerne in der Versuchung, knallhart im Auswahlverfahren zu werden. Speziell Frauen entwickeln diese Eigenschaft, allerdings auch aus der Furcht, viel zu schnell als "geiles Flittchen" abgestempelt zu werden. Und wenn zu viele Männer zu oft Sex haben wollen, machen Frauen irgendwann zu. Auch in der Partnersuche. Genau dort setzt dann das "unverschämte Verhalten der Penisträger" an: wenn sie nicht erreichen, was sie wollen, werden sie beleidigend bis drohend und am Besten noch unter der Gürtellinie persönlich.
Wo sonst könnte solch ein Verhalten besser gelebt werden als im Internet? Speziell über "soziale" Netzwerke wird schnell die eigene gute Kinderstube vergessen (wenn man sie denn je besessen hat) und wirft wild mit den Bauklötzchen um sich, die man vor Wut jemandem an den Kopf schmeißen möchte. Männer benehmen sich, wenn sie mit ihrem Balzverhalten im Internet nichts erreichen gerne wie kleine Kinder im Sandkasten: wenn sie das Förmchen und Eimerchen, das ihnen gar nicht gehört, sie aber unbedingt haben wollen nicht bekommen, werden sie böse, fangen an zu schreien und sich auf den Boden zu werfen, bis sie mit ihrem lautstarken Verhalten endgültig die gesamte Umwelt entweder eingeschüchtert oder genervt haben. Übertragen auf den Mann heißt das: Er macht Ihr ein vermeintlich "verführerisches" Angebot (sei es nun das harmlose "Kennenlernen" oder direkt der "One Night Stand") und wenn Sie dann entrüstet, gelangweilt oder einfach nur angewidert ablehnt, wird Er zu der Furie, die man sonst nur Frauen unterstellt: dann erschafft Er sich einen ganzen Bauernhof an Beleidigungen (von Kuh bis Ziege ist dann alles dabei!) und wenn das nicht hilft, wird es wirklich persönlich.
Ein sehr witziger Aspekt an dieser Sache ist nur eins: als Singlefrau wird man oft und gerne von einem Mann als "unbefriedigte Ziege" (wieder Bauernhof!) abgestempelt. So weit so schön gehässig. Das Schlimme für die Frau ist nur, sie kommt aus der Nummer nie wieder raus - ihr Leben lang nicht. Da kann sie auch ihr Leben verändern, wie es ihr gefällt, die Männer werden in ihr immer die Unbefriedigte sehen, wenn sie den Sex mit ihnen ablehnen. "Ausreden" der Frauen, dass Er z. B. gar nicht ihr Typ ist, sie nichts gemeinsam haben etc. zählen in der Männerwelt nicht. Eine Frau, die 20 und Single ist und nicht direkt Sex mit einem Mann haben will, ist eine unbefriedigte, arrogante Ziege. Eine Frau mit 40 (Single) ist eine unbefriedigtes, altes Huhn (ja, schon mit 40! wir reden hier von Männereinstellungen!), andererseits ist eine 40jährige, verpartnerte Frau, die nicht auf Anmachangebote eingehen, eine unbefriedigte Frau, die es von ihrem Mann "nicht richtig besorgt" bekommt. Und in beiden Fällen ist eine Frau mit 60 1. uninteressant für jede Form der Anmache und 2. hat sie gar nicht mehr das Recht, nach der Menopause überhaupt noch Sex zu haben. Da der Mann quasi ein Leben lang befruchten kann, gilt diese Regel für ihn natürlich nicht: er darf immer und für alle Zeiten balzen und korpulieren. Wenn es gehen würde, sogar noch nach dem Tode (vielleicht lassen sich Männer dafür irgendwann auch noch etwas einfallen!).
"Hol den Vorschlaghammer" - eine Zeile, die mir spontan aus dem Song "Denkmal" von "Wir sind Helden" eingefallen sind und an den ich im Zusammenhang mit dem Internet denken muss. Nein, ich möchte nicht das Internet zerstören - das geht (leider!) sowieso nicht. So gerne ich selbst auch das Internet nutze und ich einsehe, welch gute Eigenschaften das Internet haben KANN erschreckt es mich, für wieviel Blödsinn und Negatives das Internet genutzt wird. Die Belästigung des Anderen durch Zudringlichkeiten und Beleidigungen machen vor dem Internet nicht halt, im Gegenteil: sie werden durch die räumliche Entfernung der Streitparteien wesentlich schlimmer, in ihrer Wortwahl gewalttätiger und durch die Anonymität gewagter. Menschen trauen sich nur noch, sich über das Internet zu beleidigen, zu lästern und gegenseitig persönlich zu beschimpfen, wo sie im wahren Leben nicht einmal den Mund aufbekommen, ihre eigene Meinung zu sagen. Die Hemmschwellen im wahren Leben wachsen (in der ach so aufgeklärten und gebildeten Gesellschaft!) immer weiter, im Internet gibt es allerdings keine Grenzen mehr: die Dummheit, die Borniertheit und dazu die Gehässigkeit gepaart mit grenzenlosem Geltungsbedürfnis öffnen Tür und Tor allem, was zerstörerisch auf einen anderen Menschen und damit im Großen auch auf das Zusammenleben einer gesamten Gesellschaft wirken kann.
Menschen, die sich nur noch über das Internet identifizieren und im wahren Leben der virtuellen zuviel Raum geben, werden zu realitätsfernen Zombies, denen der Schein wichtiger als das Sein ist. Das Gegenüber nicht über das facebook-Profil, das picasa-Webalbum oder die youtube-Videos zu beurteilen fällt den meisten Menschen verdammt schwer. Aber es ist immer noch möglich, es gab Zeiten, in denen ging das. Und genau betrachtet ist das Internet auch nur eine von vielen Drogen, für die man sich entscheiden kann - oder bei denen man einfach auf "kalten Entzug" geht.
Und die Penisträger von Heute? Werden sie aus ihrem Tief herauskommen, die vermeintliche "Niederlage", die sie durch die Emanzipation einstecken mussten, überwinden und wieder zur alten Form zurückfinden? Regieren dürfen sie mehrheitlich noch, sie sind die Vorstandsvorsitzenden und in den Vorstandsgremien der größten Unternehmen dieser Erde. Das ist es auch, was ihr Ego noch einigermaßen auf der Höhe hält. Umso schwerer fällt ihnen, dass die Weibchen selbstbewusster denn je ihre Männchen aussuchen. Und wenn sie dann nicht erreichen, was sie wollen, schlagen sie mit all der Härte des Mannes, der sie in einer früheren Zeit einmal waren, zurück. Leider ist das dann auch die einzige Situation, in der sie "zuschlagen", wenn es um das gekränkte Ego geht. Der Rest der Zeit machen sich Penisträger nur durch das "Weichei-Syndrom" bemerkbar, das Jammern über Krankheiten und Misserfolge oder die Unfähigkeit "anzupacken", sodass Frauen selbst bei körperlich schweren Arbeiten eher selbst Hand anlegen müssen, als sich auf das "starke" Geschlecht zu verlassen.
Vielleicht fühlen sich Männer nur benachteiligt, ihnen wurden in den letzten Dekaden einige Förmchen weggenommen, die Dominanz der Entscheidung und die Vormachtstellung in allen Lebensbereichen. Man muss Verständnis aufbringen für die Penisträger, sie können einem schon fast leidtun. Fast! Denn wer bringt schon das große Mitleid für die Frauen dieser Welt auf und das, was sie tagtäglich (meist durch die Hand eines "Mannes") zu ertragen haben? Darüber kann noch weit länger diskutiert werden, doch für den heutigen Eintrag holen wir einfach unseren Vorschlaghammer und zerschlagen männliche Attitüden wie schlecht gemachte Denkmäler.
In diesem Sinne an alle Leser des Blogs ein schönes Wochenende - bis zum nächsten Freitag!
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