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Samstag, 11. August 2012

Die Olympischen Sommer(loch)spiele 2012 - Teil 1: das "olympische Dorf" oder: Der Bitch Bunker

Ich habe mich nun doch entschlossen, einigermaßen regelmäßig wieder einen Blog zu führen (solange es die Zeit zulässt). Vor einigen Monaten hatte ich auch eine neue Sommerlochserie für das Jahr 2012 angekündigt. Es dürfte kalr sein, dass in diesen Tagen sich alles um die Olympischen Spiele in London dreht, oder (wie es in den Nachrichten ständig so schön gesagt wird!) "the place to be". Ich bin nicht am "place to be", ich bin nur am "place to think and write", also gibt es eine neue Sommerlochserie ganz im Zeichen der Spiele. Allerdings geht es bei mir so gar nicht um 100 m Lauf, Fechten, Schwimmen in allen Formen oder Bodenturnen, es geht bei mir um so ganz andere "Disziplinen": Disziplinen des wahren (und nur teilweise sportlichen) Lebens.

Die Tragik der Olympischen Spiele hat sich in den letzten Wochen wieder einmal gezeigt, es gab so viel Glück und so viel Leid komprimiert auf dem Fernsehbildschirm, das man so viel Gefühl sonst nur aus Dosen vom scripted reality TV erwarten kann. Mit dem kleinen, feinen Unterschied, dass diese Gefühle echt waren. Es gibt Ungerechtigkeiten im Sport, Fehlentscheidungen und das Scheitern aufgrund von einer Schwäche in der Tagesform wie auch im Alltagsleben, in dem es nicht um Sport geht oder um Medaillen.

Nun muss ich ehrlich gestehen, die Olympischen Spiele haben auch mich gefesselt und ich gucke regelmäßig einige der Entscheidungen aus London. Es sind sogar so viele, dass mir nicht mehr wirklich einfällt, was ich noch in meinem Blog schreiben soll. Ganz ehrlich? Eigentlich mag ich es nicht, die Missstände des Lebens in meinem Blog anzuprangern. Und nach dem letzten Blogeintrag hat sich sogar eine regelmäßige Leserin verabschiedet. Das mag wohl daran liegen, dass ihr der Inhalt meines letzten Blogs über sinnentleerte Blogs nicht passen mag (vielleicht fühlte sie sich da auf ihren eigenen angesprochen!). Es war nicht meine Absicht, aber wer lieber Leser ohne Sinn und Verstand sammelt, damit er auch möglichst viele "Follower" hat, ist wohl auf meiner Seite relativ schlecht aufgehoben.

Aber genug davon, es geht ja hier schließlich um "Olympische Spiele" und damit auch um "Fair Play". Trotzdem habe ich mich spontan dazu entschlossen, diese Sommerlochserie den Frauen dieser Welt zu widmen, die ich von Tag zu Tag weniger verstehe, obwohl ich zum gleichen Geschlecht gehöre, sprich zum "anderen Geschlecht", wie Simone Beauvoir das weibliche Geschlecht in ihrem berühmtesten Buch bezeichnete. Ich widme mich allen Frauen dieser Welt in unserem ganz eigenen "Olympischen Dorf", auch von mir als dem "Bitch Bunker" bezeichnet.

Gerade jetzt im Hochsommer werden nicht nur die Röcke und Shorts bei den Mädchen ab 12 und Frauen ab 20 immer kürzer, nein, die Krallen werden immer länger. Damit sind nicht nur die manikürten French Nails gemeint, sondern auch die verbalen, katzenhaften Krallen, die alles und jeden innerhalb von Bruchteilen von Sekunden zerfetzen können. Dies gilt allerdings fast ausschließlich für die Menschen, die zum gleichen Geschlecht gehören, denn gegen Männer richten sich diese Krallen relativ selten.

Das glaubt mir keiner? Nun, ich weiß, Männer fühlen sich ständig von Frauen bevormundet, überfahren, übervorteilt und überhaupt - das Verständnis der männlichen Zunft den Frauen gegenüber sinkt auf ein rekordverdächtiges Minusgradniveau. So richtig kann kein Mann verstehen, warum Frauen sind, wie sie (angeblich) nunmal sind. Der ewige Kampf gegen das starke Geschlecht um die Emanzipation, die Gleichstellung oder einfach die Gerechtigkeit, das Gleiche zu verdienen und gleich behandelt zu werden wie Männer. Dann auf der anderen Seite aber regen sich Frauen immer öfter darüber auf, nicht mehr zuvorkommend behandelt zu werden an den richtigen Stellen: kaum ein Mann hält einer Frau mehr die Tür auf, rückt ihr den Stuhl beim Restaurantbesuch zurecht oder bezahlt das Abendessen komplett. Naja, letzteres haben Frauen sich wohl auf ewig versaut mit ihrem bösen Blick, wenn ein Mann es auch nur wagt, sie bei der "Wer bezahlt?"-Frage einfach zu übergehen.

Frauen möchten gleichberechtigt sein, dadurch die angeblichen "Freiheiten" spüren, die ein Mann auch angeblich spürt. Ich frage mich hingegen immer öfter, warum Frauen immer wieder danach streben. Gibt es wirklich ein Recht darauf, alles selbst bezahlen zu müssen, selbstständig sein zu müssen, ständig dadurch im Nachteil sein zu müssen? Tatsache ist, man ist nicht wirklich bevorteilt, wenn man ständig alles selbst bezahlen muss. Wenn Frau arbeiten gehen muss, sämtliche Rechnungen zu gleichen Anteilen selbst bezahlen muss, dabei dann aber bis zu 30% weniger verdient als der männliche Kollege, dann hat sich Frau offiziell selbst ins Knie geschossen. Männer können dies nur allzu gern mit einem gelangweilten Schulterzucken und dem Gedanken "Wenn's Spaß macht!" honorieren, aber was ist nun mit den Frauen, die das alles gar nicht wollen?

Ich persönlich stehe wohl genau zwischen den Stühlen, mag es, unabhängig zu sein, will aber nicht ständig in die Ecke "Du kommst schon gut alleine klar!" hingestellt werden, nur weil ich nicht (wie viele andere Frauen) auf hohem Niveau jammere und mir allein dadurch ein "Nestchen" bauen lasse.

Zurück aber zum Sommerszenario: die Frauen, die hemmungslos ihre Krallen ausfahren. Es fällt mir auf, wie sehr Frauen gerade in dieser Jahreszeit darauf bedacht sind, gut auszusehen. Schlimmer noch: sie wollen besser aussehen, Bienenkönigin sein und sie vertragen "keine fremden Götter neben sich". Man könnte es als neues Ausmaß der "Narzissmus-Epidemie" bezeichnen oder einfach so sehen, wie es ist: die Balz hat sich vom Frühjahr auf den Sommer ausgedehnt - und wir sind längst diejenigen, die balzen. Männer haben nicht mehr viel mit diesem Geschehen zu tun. Sie können wie im Schlaraffenland sich einfach faul in die Sonne legen und darauf warten, bis ihnen die gebratenen Tauben in den Mund fliegen. Auch dies könnte eine olympische Disziplin sein statt dem altberüchtigten "Tontaubenschießen", vielleicht aber unmöglich umzusetzen, da Tauben im wirklichen Leben so ungerne in den Mund eines Mannes fliegen.

Aber genug von den Männern, dieser Blog gilt ja den Frauen; auch wenn man sagen muss, das Eine geht ohne das andere quasi gar nicht. Zumindest nicht der Punkt, den ich mit diesem Eintrag machen will. Es gilt um Folgendes: Sommer bedeutet nicht nur kurze Röcke, sondern auch scharfe Krallen und die gefürchteten "Bitch-Blicke" des weiblichen Geschlechts. Eine Frau sieht besser aus als ich? Dann muss ich sie vernichten mit einem imaginären Laserstrahl-Blick. Gott sei Dank besitzt keine Frau wirklich diesen Blick, aber vielleicht sollte über eine Verfilmung der Geschichte um die "Frau mit dem Laserblick" nachgedacht werden: eine Gefahr für Leib und Leben all ihrer Konkurrentinnen, denn wenn sie Konkurrenz wittert, lässt die Frau mit dem Laserblick die Frau mit einem Wimperschlag vernichten.

Übertrieben? Das Leben lebt von Übertreibungen, also können wir alle auf dem Teppich bleiben. Noch übertriebener wäre wohl nur der Vorschlag, die Bitchiness der Ladies im Sommer zur olympischen Disziplin zu machen. Nun, es gibt bereits Judo und Ringen bei den Frauen, sämtliche Schießdisziplinen gibt es auch bei den Frauen. Besonders bemerkenswert in der Gleichberechtigung der heutigen Zeit: zum ersten Mal finden olympische Sommerspiele statt, in denen alle Disziplinen auch weiblich sind und nicht nur männlich. Wir sind also doch im 21. Jahrhundert angekommen - Gratulation!

Wie ich allerdings schon sagte, ich bin kein Emanzipationstyp, Alice Schwarzer kann ihren Job ruhig behalten, ich will nicht ihre Nachfolge antreten. Ich finde immer noch, es gibt wichtigere Dinge im Leben als die Emanzipation der Frau... allein der Respekt der Menschen untereinander wäre ein viel wichtigeres und anzustrebendes Gut in der heutigen Zeit. Wahrscheinlich ist das nur schlecht möglich bei all den Präferenzen, die sich die Menschen so gerne ausdenken und ausleben - deswegen wird sich dann eben um die Emanzipation und die Frauenquote Gedanken gemacht. Erst in dieser Woche hat sich Helmut Schmidt im Interview bei Sandra Maischberger kurz und knapp gegen eine solche Quote ausgesprochen - nun kann man sagen, Herr Schmidt hat teilweise doch sehr altmodische Vorstellungen und allein damit ist das zu entschuldigen. Was ich an Frauen in hohen Positionen allerdings viel schlimmer finde ist die Tatsache, dass Frauen zu besseren Mannweibern werden, sobald sie richtig Karriere machen und über anderen Frauen (und Männern) stehen. Plötzlich macht sich unter ihrem Rock ein imaginärer Penis breit, der sie sehr oft zu größeren Charakterschweinen werden lässt als es Männer je sein können.

Doch woran liegt's? Haben diese Frauen einfach zu sehr kämpfen müssen für die Karriere, zu oft ihren Laserstrahl-Blick einsetzen müssen gegen unliebsame Konkurrenz? Man weiß es nicht. Eins ist nur immer wieder deutlich klar: da sich Frauen nicht untereinander solidarisieren auf dieser Welt und nur damit beschäftigt sind, gegeneinander zu kämpfen, wird sich in absehbarer Zukunft so gar nichts an der jetzigen Situation ändern. Männer hingegen zelebrieren das "Buddy-Business" mit der gleichen Inbrunst wie Frauen die Bitchiness, solidarisieren sich immer da, wo eine Frau droht, in ihre Domäne einzudringen. Denn wenn es darum geht, dass ein "Men's Club" gesprengt wird, sind sich Männer sehr schnell einig, dass das nicht sein darf. Dies gilt zwar nicht für alle Männer dieses Planeten, doch für eine erschreckend hohe Anzahl der Fälle.

Können Frauen etwas lernen, sich verbessern, ihre Kräfte sinnvoller nutzen? Wenn ich mich in diesem Sommer so umgucke, habe ich da doch erhebliche Zweifel. Die Konkurrenz untereinander wird bei den Weibchen viel stärker gewittert als bei Männern, die zwar auch ihr Platzhirschverhalten an den Tag legen, es aber nicht so stark damit übertreiben wie Frauen. Manchmal habe ich den Eindruck, es ist den Frauen so wahnsinnig wichtig, bei Männern an- und unterzukommen, dass sie dafür auch töten würden. Zugegeben, manche Frauen tun das auch (ist alles schon vorgekommen!). Aber mal ehrlich: ist das wirklich das Wichtigste auf diesem Planeten? Kurze Shorts und Röckchen, nur um "bestiegen" zu werden? (<< man möge mir die grobe Ausdrucksweise verzeihen!). Es kann doch nicht sein, dass Frauen nur noch davon leben, beim männlichen Geschlecht möglichst zu anzukommen oder die Männer, die sie ergattert haben, mit erbitterter Verkrampftheit zu halten. Gibt es nichts wichtigeres im Leben? Und nein, "Geld" als Antwort zählt in diesem Fall nicht, das wäre die wahrscheinlich noch unbefriedigendere Antwort auf die Frage.

Die Olympischen Spiele neigen sich morgen ihrem Ende zu, angeblich mit einem Auftritt der Spice Girls bei der Abschlussfeier. Nun, wie passend zu dem "Bitch Bunker" der Olympischen Sommerlochspiele in diesem Blog, denn wenn jemand die Bitchiness beherrscht, dann wohl die fünf Hupfdohlen der erfolgreichsten Girlband aller Zeiten (<
Damit habe ich nun wohl selbst genug über das Geschlecht, dem ich selbst angehöre, abgelästert. Allerdings sei anzumerken, dass es mir weniger ums Lästern geht, sondern mehr um die Veränderung in den Köpfen. Wie üblich. Wird sich dadurch was ändern? Wohl kaum, da bin ich doch recht desillusioniert inzwischen. Trotzdem: einen Versuch ist es wert! Frauen können so ganz anders, es gibt genug wunderbare Beispiele auf dieser Erde. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen: Frauen sind im Grund großartige Wesen! Woran es liegt, dass viele dieses Geschlechts so am Ziel vorbeischießen, kann ich nicht sagen. Es kann an den Männern liegen, es kann an mangelndem Selbstbewusstsein liegen, dass dann mit Gehässigkeit und Aggressionen wettgemacht werden soll.

Die Quintessenz jedoch ist: wenn wir wollen, können wir großartig sein, mit brillianter Auffassungsgabe, Witz und der Warmherzigkeit, die einer jeden Frau von Natur aus gegeben ist. Immerhin ist jede Frau irgendwo eine Mutter, ob sie nun Kinder hat oder nicht. Allein das macht uns gefühlsmäßig so viel größer als Männer.

Mit diesen Worten möchte ich diesen Blogeintrag beschließen und uns allen einem schönen Wochenende überlassen mit dem Abschluss der Olympischen Spiele. Keine Angst: die Sommerlochserie geht trotzdem weiter... immerhin: so wirklich vorbei sind die Olympischen Spiele nicht, es gibt ja immer noch die Paralympics. Abgesehen davon sind Sommerlochspiele unabhängig vom IOC! ;-)

LG Gene :-)

PS: Ein kleines Wochenendschmankerl für alle Frauen dieser Welt, die sich längst so dringen solidarisieren müssen. Die "Pointer Sisters" wussten dies bereits 1973 - im Übrigen ist diese Girlband weitaus besser als die Spice Girls.




Freitag, 4. November 2011

"Hol den Vorschlaghammer!" - Ein "Denkmal für Männer" oder: Nutzen und Schaden der Medienwelt, Kapitel 2

Die Frage nach dem Wochenthema stellte sich für mich dieses Mal eigentlich so gut wie gar nicht, denn ich möchte nach dem Eintrag letzte Woche zum Thema "Fernsehen" die Serie über die Medienwelt diese Woche unmittelbar abschließen und es ist (wieder einmal) so einiges passiert in meinem eigenen subjektiven Sichtfeld, dass alle anderen Weltprobleme auf Seite gelegt werden können. Okay, wenn wir mal ehrlich sind, viele Weltprobleme gibt es nicht, man möchte nicht einmal die Wörter "Eurokrise" oder "Griechenland" in den Mund nehmen oder sich über Kriegsgebiete wie Syrien unterhalten, in denen die Demokratisierung wohl nie ohne Einsatz der NATO geschehen kann, die sich aber konsequent weigert. Schöne, mutige, westliche, reiche Welt!

Aber wie gesagt, das alles soll mal heute nicht mein Thema sein. Ich sprach über die Medienwelt und wie wir uns alle dank ihr verändert haben. Aber das Ganze mit dem Faktor "Fernsehen" abzutun, wäre ja in solch komplexen Zeiten viel zu einfach. Denn das Fernsehen gibt es in Deutschland bereits seit den 50er Jahren und das hat nicht von heute auf morgen dazu geführt, dass die Menschen alle gefühlskalt wurden. Selbst in den 80er oder 90er Jahren hielt sich die arktische Kälte der Menschen ihren Mitmenschen gegenüber noch in Grenzen. Doch dann gab es eine wundersame Entdeckung, die sich in den letzten genau 20 Jahren breitgemacht hat (vor Kurzem hatte diese Erfindung sogar Geburtstag): die Rede ist vom "Internet".

Inzwischen wird das Internet sogar in seiner Eigenschaft als lebensnotwendig bezeichnet, ähnlich wie das Fernsehen. Es reicht also nicht mehr, nur über das Tagesgeschehen Bescheid zu wissen, man muss sich auch jederzeit jede Information beschaffen können, auf die man gerade Lust hast. Soweit die Theorie. Schön und gut, das Internet eröffnete der Menschheit ganz neue Möglichkeiten: nicht nur, dass man an Informationen herankam, man konnte an diese Informationen in unbegrenztem Maße kommen. In solch einem Maße, dass man daran zu heute bereits daran zu ersticken droht. Denn der entscheidende Nachteil des Internets ist: es vergisst nichts, unter keinen Umständen. Diese Erkenntnis wird uns allen allerdings erst heute bewusst.

Das unendliche Wissen des Internets beinhaltet unnötige wie nützliche Informationen, die jederzeit und von jedem der in Besitz eines Computers mit Internetanschlusses ist abgerufen werden können. Und diese Möglichkeiten geben dem "Otto Normalverbraucher" eine wahnsinnige Macht in die Hand - andererseits führen sie auch dazu, dass Macht mißbraucht, nicht genutzt oder in dem falschen Sinn benutzt wird. Nun könnte man natürlich definieren, wie diese Macht "richtig" gebraucht werden könnte, was allerdings Blödsinn wäre, immerhin lebt jeder Mensch sein Leben anders und gebraucht damit auch das Internet auf ganz individuelle Weise.

Nun gut, der größte Fehler am Internet ist wohl nur, dass es längst nicht mehr als Informationsquelle in erster Instanz dient. Internet heißt auch (speziell in den letzten 5 Jahren) "Sozialnetzwerke". Erst auf Seiten dieser Kategorie fangen die Drähte richtig heiß an zu glühen. Und seit "Facebook" auf die deutsche Bevölkerung losgelassen wurde, ist es eine Lawine, die mit massiver Geschwindigkeit ins Tal "Gesellschaft" rollt. Es scheint fast, als würde sich alles nur noch darum drehen, wir leben nur noch in Zeiten von "Postings" "Kommentaren" und dem "Gefällt mir"-Button. Das erlebe ich täglich und überall, ich sehe nur noch Leute, die ständig ob auf dem Mobiltelefon oder am Laptop die neuesten Updates checken und fanatisch auf neue Nachrichten von ihren "Freunden" warten. Der Verdacht mag sich da aufdrängen, dass Menschen nur noch Freunde haben, damit sie ihre Gedanken im Internet öffentlich kommentieren können oder sich über deren Updates über die Person schlau zu machen. Es ist allerdings nur teilweise der Fall, dass Menschen fast ausschließlich über das Internet als Freunde Kontakt pflegen, obwohl sie sich im wahren Leben kennen. Nur, die Gesprächsthemen im wahren Leben unter Freunden werden auch nur noch auf Basis geführt à la "Hast du schon die neuen Bilder von xy bei facebook gesehen?" oder "Krass, der neue Kommentar von XX bei wkw zur Party, oder?". Mit anderen Worten: selbst in der realen Welt scheint sich nur noch alles um die Virtualität zu drehen. Es geht nur noch um Freundschaften und wie öffentlich sie in sozialen Netzwerken zelebriert werden - das Allerschlimmste daran ist nur, dass es nicht einmal Freundschaften sein müssen, um als "sozial "wertvolle" Kontakte" gezeigt zu werden.

Gerade mit diesem Punkt habe ich so meine Probleme. Erst vor Kurzem habe ich ein neues Studium begonnen und natürlich auch Menschen dadurch kennengelernt (mehr oder weniger). Dass die mich dann allerdings auf "facebook" als Kontakt hinzufügen wollen, andererseits mit mir kein persönliches Wort wechseln, ist für mich doch eine sehr merkwürdige Geschichte, gerade wenn diese Personen dann Freundeszahlen jenseits der 300 haben. Kein Mensch im wahren Leben hat 300 Freunde - zumindest nicht, wenn man einen Freund als einen Menschen definiert, dem man vertraut, mit dem man durch Dick und Dünn gehen würde und dem ein Teil seines Herzens gehört. Man kann ein Herz zwar zerhacken, aber in mehr als 300 Stücke ist schon verdammt schwierig. Und was das Vertrauen betrifft: selbst die beliebtesten Stars oder der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika traut so vielen Menschen auf persönlicher oder auch auf beruflicher Basis. Nun, wahrscheinlich möchten die Menschen in sozialen Netzwerken sich gerne wie Stars fühlen, indem sie hunderte oder gar tausende Freunde habe - aber macht sie das wirklich beliebt? Ein Mensch, der 800 Freunde auf der Facebook-Liste hat, ist also "gesellschaftsfähig" oder "sozial integriert"? Beweist eine solche Anzahl an Freunden und Bekannten nun charakterliche Größe oder eher die absolute Anpassung?

Allerdings macht nicht nur die Auswahl der Menschen, denen man sich mehr oder minder Nahe fühlt, das Internet zu einem Ort, an dem die Welt oft auf dem Kopf steht. Dieser Blogeintrag ist diesmal (nicht zum ersten Mal) den "Männern" gewidmet - oder sagen wir mal das, was von ihnen übrig geblieben ist. Denn Männer sind längst nicht mehr das, was sie früher einmal waren - jaaa, klingt nach großem Klischee und dem Jammern einer Nachkriegswitwe, aber so ganz unrecht habe ich damit nicht. Wenn man die Generationen von Männern in früheren Zeiten mit denen von heute vergleicht, wird einem schon ein wenig mulmig zumute; schlimmer noch: man wird ziemlich traurig, wenn man sieht, wie sich Männer in Zeiten von emanzipierten Frauen, die alles sagen und tun dürfen, benehmen.

Es scheint, als hätten Männer die Phase der Gleichberechtigung nicht gut verkraftet. Frauen, die selbstbewusst waren, hatten es noch nie leicht, wenn man sich die Geschichte von Frauenrechtlerinnen und Künstlerinnen mit eigenem Kopf anguckt. Groteskerweise sind selbstbewusste, intelligente Frauen heute aber weitaus benachteiligter und haben es viel schwerer, ihren Standpunkt klarzustellen als je zuvor. Man (oder Frau!) könnte meinen, es dürfte viel einfacher in aufgeklärten Zeiten sein, als Frau etwas zu erreichen und es gibt auch durchaus einige Frauen, die etwas in ihrem Leben erreichen. Nur haben sich diese Frauen allesamt nicht an Männern aufgehalten, um ihr Ziel zu erreichen - oder sie haben Männer benutzt, um zu erreichen, was sie erreichen wollten. Das Klischee stimmt (leider!) immer noch: man muss sich erst bei genug Vertretern des "starken" Geschlechts eingeschleimt haben, dann kann man auch (nach viel Speichelleckerei) als Frau in die erste Liga aufsteigen.

Unterschied der Penisträger von Heute im Gegensatz zu Männern der alten Schule: es fehlen die Manieren, der Respekt Frauen gegenüber und einfach die Größe, einer intelligenten Frau auf Augenhöhe zu begegnen, denn entweder wird sie niedergemacht, weil das "starke" Geschlecht sich auf einmal in der unterlegenen Position sieht oder sie wird einfach ignoriert oder nicht für Voll genommen, wahrscheinlich aus dem gleichen Grund. Natürlich waren Männer in damaligen Zeiten eher in der Lage, großzügig mit Frauen umzugehen, ihnen die Tür aufzuhalten und freundlich zu ihnen zu sein, weil sie als "Heimchen am Herd" galten. Schließlich waren sie keine Konkurrenz, damals mussten Männer nur darauf achten, sich gegen andere Männer durchzusetzen.

Und dann kam sie, der Schrecken aller Männer: die Emanzipation. Plötzlich wollten Frauen mehr als nur ein paar Rechte, sie wollten Entscheidungen treffen können - und sie wollten in sämtlichen Berufen arbeiten dürfen, in denen auch Männer arbeiten. Bis heute arbeiten Frauen in allen Berufsbereichen mit - allerdings weiß man nicht, ob Frauen deswegen wirklich schlechter als je zuvor behandelt werden wollten. Das erklärte Ziel wird wohl nur gewesen sein, als Menschen gleich behandelt zu werden, doch nur in den positiven Aspekten des Lebens. Das Negative blendet der Mensch in seiner Naivität oft gerne aus - so wohl auch die Frauen allgemein in diesem Fall.

Frauen haben nun also nicht nur die gleichen Möglichkeiten wie Männer, sie werden von Männern auch behandelt, als wären sie Geschlechtsgenossen. Und noch ein bisschen schlimmer! Denn, wenn Frauen behandelt würden wie Männer, wäre das gar nicht mal das große Problem. Doch der Faktor "Sex" kommt immer und ständig hinzu. Also "dissen" Männer Frauen, als wären sie Konkurrenten im frisch bepieselten Revierbereich und im nächsten Moment machen sie die Frauen an, als seien sie eigentlich sowieso zu nicht mehr zu gebrauchen. Wie da die Überleitung zurück zum Internet kommt, kann sich wohl jeder denken. Und nein, es geht mir nicht um die 50 Millionen Pornoseiten im Internet (nein, die Zahl ist nicht verifiziert sondern nur eine mehr oder weniger übertriebene Einschätzung!). Pornos sind Gebrauchsgegenstände, da fängt längst nicht das Problem "Männer und ihr Verhalten Frauen gegenüber" an. Sicher, Emanzen à la Alice Schwartzer verurteilen Pornografie und dass die Frau dadurch zum Objekt gemacht wird. Ich gebe auch zu, der Porno an sich wird dem Ansehen der Frau eher geschadet als genutzt haben (bei Männern ist es übrigens gerade umgekehrt!). Das Gesamtbild allerdings zeigt, dass Pornos nur ein Teil im Uhrwerk Diskriminierung Frauen gegenüber ist.

Sex als Diskriminierungsmittel macht sich deswegen so gut, weil sich unser aller Leben mehr oder weniger darum dreht. Es geht um Fortpflanzung, Erhaltung der Art (obwohl man sich getrost fragen darf, ob bei 7 Milliarden Erdenbewohnern die weitere Ausweitung der Spezies erforderlich ist) und in nicht kleinem Umfang um den "Spaß an der Sache". Der Mensch "schnackselt" eben gerne, nicht nur der Schwarze an sich, wie Gloria von Thurn und Taxis einmal unpassenderweise in der Talkshow "Friedmann" äußerte. Alle Menschen "tun" es gerne, ob schwarz, weiß, arm, reich, intelligent oder einfach nur "liebenswert unterbemittelt". Solange man weiß, wo man was hineinsteckt, scheint der Mensch am Ziel seiner sexuellen Befriedigung angelangt. Und in immer schnelllebigeren Zeiten mit immer mehr Menschen und zu vielen Möglichkeiten, aus denen gewählt werden kann, sieht sich der Mensch auch gerne in der Versuchung, knallhart im Auswahlverfahren zu werden. Speziell Frauen entwickeln diese Eigenschaft, allerdings auch aus der Furcht, viel zu schnell als "geiles Flittchen" abgestempelt zu werden. Und wenn zu viele Männer zu oft Sex haben wollen, machen Frauen irgendwann zu. Auch in der Partnersuche. Genau dort setzt dann das "unverschämte Verhalten der Penisträger" an: wenn sie nicht erreichen, was sie wollen, werden sie beleidigend bis drohend und am Besten noch unter der Gürtellinie persönlich.

Wo sonst könnte solch ein Verhalten besser gelebt werden als im Internet? Speziell über "soziale" Netzwerke wird schnell die eigene gute Kinderstube vergessen (wenn man sie denn je besessen hat) und wirft wild mit den Bauklötzchen um sich, die man vor Wut jemandem an den Kopf schmeißen möchte. Männer benehmen sich, wenn sie mit ihrem Balzverhalten im Internet nichts erreichen gerne wie kleine Kinder im Sandkasten: wenn sie das Förmchen und Eimerchen, das ihnen gar nicht gehört, sie aber unbedingt haben wollen nicht bekommen, werden sie böse, fangen an zu schreien und sich auf den Boden zu werfen, bis sie mit ihrem lautstarken Verhalten endgültig die gesamte Umwelt entweder eingeschüchtert oder genervt haben. Übertragen auf den Mann heißt das: Er macht Ihr ein vermeintlich "verführerisches" Angebot (sei es nun das harmlose "Kennenlernen" oder direkt der "One Night Stand") und wenn Sie dann entrüstet, gelangweilt oder einfach nur angewidert ablehnt, wird Er zu der Furie, die man sonst nur Frauen unterstellt: dann erschafft Er sich einen ganzen Bauernhof an Beleidigungen (von Kuh bis Ziege ist dann alles dabei!) und wenn das nicht hilft, wird es wirklich persönlich.

Ein sehr witziger Aspekt an dieser Sache ist nur eins: als Singlefrau wird man oft und gerne von einem Mann als "unbefriedigte Ziege" (wieder Bauernhof!) abgestempelt. So weit so schön gehässig. Das Schlimme für die Frau ist nur, sie kommt aus der Nummer nie wieder raus - ihr Leben lang nicht. Da kann sie auch ihr Leben verändern, wie es ihr gefällt, die Männer werden in ihr immer die Unbefriedigte sehen, wenn sie den Sex mit ihnen ablehnen. "Ausreden" der Frauen, dass Er z. B. gar nicht ihr Typ ist, sie nichts gemeinsam haben etc. zählen in der Männerwelt nicht. Eine Frau, die 20 und Single ist und nicht direkt Sex mit einem Mann haben will, ist eine unbefriedigte, arrogante Ziege. Eine Frau mit 40 (Single) ist eine unbefriedigtes, altes Huhn (ja, schon mit 40! wir reden hier von Männereinstellungen!), andererseits ist eine 40jährige, verpartnerte Frau, die nicht auf Anmachangebote eingehen, eine unbefriedigte Frau, die es von ihrem Mann "nicht richtig besorgt" bekommt. Und in beiden Fällen ist eine Frau mit 60 1. uninteressant für jede Form der Anmache und 2. hat sie gar nicht mehr das Recht, nach der Menopause überhaupt noch Sex zu haben. Da der Mann quasi ein Leben lang befruchten kann, gilt diese Regel für ihn natürlich nicht: er darf immer und für alle Zeiten balzen und korpulieren. Wenn es gehen würde, sogar noch nach dem Tode (vielleicht lassen sich Männer dafür irgendwann auch noch etwas einfallen!).

"Hol den Vorschlaghammer" - eine Zeile, die mir spontan aus dem Song "Denkmal" von "Wir sind Helden" eingefallen sind und an den ich im Zusammenhang mit dem Internet denken muss. Nein, ich möchte nicht das Internet zerstören - das geht (leider!) sowieso nicht. So gerne ich selbst auch das Internet nutze und ich einsehe, welch gute Eigenschaften das Internet haben KANN erschreckt es mich, für wieviel Blödsinn und Negatives das Internet genutzt wird. Die Belästigung des Anderen durch Zudringlichkeiten und Beleidigungen machen vor dem Internet nicht halt, im Gegenteil: sie werden durch die räumliche Entfernung der Streitparteien wesentlich schlimmer, in ihrer Wortwahl gewalttätiger und durch die Anonymität gewagter. Menschen trauen sich nur noch, sich über das Internet zu beleidigen, zu lästern und gegenseitig persönlich zu beschimpfen, wo sie im wahren Leben nicht einmal den Mund aufbekommen, ihre eigene Meinung zu sagen. Die Hemmschwellen im wahren Leben wachsen (in der ach so aufgeklärten und gebildeten Gesellschaft!) immer weiter, im Internet gibt es allerdings keine Grenzen mehr: die Dummheit, die Borniertheit und dazu die Gehässigkeit gepaart mit grenzenlosem Geltungsbedürfnis öffnen Tür und Tor allem, was zerstörerisch auf einen anderen Menschen und damit im Großen auch auf das Zusammenleben einer gesamten Gesellschaft wirken kann.

Menschen, die sich nur noch über das Internet identifizieren und im wahren Leben der virtuellen zuviel Raum geben, werden zu realitätsfernen Zombies, denen der Schein wichtiger als das Sein ist. Das Gegenüber nicht über das facebook-Profil, das picasa-Webalbum oder die youtube-Videos zu beurteilen fällt den meisten Menschen verdammt schwer. Aber es ist immer noch möglich, es gab Zeiten, in denen ging das. Und genau betrachtet ist das Internet auch nur eine von vielen Drogen, für die man sich entscheiden kann - oder bei denen man einfach auf "kalten Entzug" geht.

Und die Penisträger von Heute? Werden sie aus ihrem Tief herauskommen, die vermeintliche "Niederlage", die sie durch die Emanzipation einstecken mussten, überwinden und wieder zur alten Form zurückfinden? Regieren dürfen sie mehrheitlich noch, sie sind die Vorstandsvorsitzenden und in den Vorstandsgremien der größten Unternehmen dieser Erde. Das ist es auch, was ihr Ego noch einigermaßen auf der Höhe hält. Umso schwerer fällt ihnen, dass die Weibchen selbstbewusster denn je ihre Männchen aussuchen. Und wenn sie dann nicht erreichen, was sie wollen, schlagen sie mit all der Härte des Mannes, der sie in einer früheren Zeit einmal waren, zurück. Leider ist das dann auch die einzige Situation, in der sie "zuschlagen", wenn es um das gekränkte Ego geht. Der Rest der Zeit machen sich Penisträger nur durch das "Weichei-Syndrom" bemerkbar, das Jammern über Krankheiten und Misserfolge oder die Unfähigkeit "anzupacken", sodass Frauen selbst bei körperlich schweren Arbeiten eher selbst Hand anlegen müssen, als sich auf das "starke" Geschlecht zu verlassen.

Vielleicht fühlen sich Männer nur benachteiligt, ihnen wurden in den letzten Dekaden einige Förmchen weggenommen, die Dominanz der Entscheidung und die Vormachtstellung in allen Lebensbereichen. Man muss Verständnis aufbringen für die Penisträger, sie können einem schon fast leidtun. Fast! Denn wer bringt schon das große Mitleid für die Frauen dieser Welt auf und das, was sie tagtäglich (meist durch die Hand eines "Mannes") zu ertragen haben? Darüber kann noch weit länger diskutiert werden, doch für den heutigen Eintrag holen wir einfach unseren Vorschlaghammer und zerschlagen männliche Attitüden wie schlecht gemachte Denkmäler.

In diesem Sinne an alle Leser des Blogs ein schönes Wochenende - bis zum nächsten Freitag!

LG Gene :-)

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