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Freitag, 25. November 2011

"Wie Clint Eastwood die Welt rettet" - Punkt 2: Demografie

Nahtloser Übergang zum zweiten "Tages"ordnungspunkt in der Vorweihnachtsserie (schließlich hat der gute Clint hier einiges zu tun!). Und in gewissem Maße ist der 2. Punkt mit dem 1. anverwandt, nur geht es diesmal um weit mehr als nur um das Problem rechts oder links oder "rechts vor links" oder "links über rechts" - heute steuern wir auf die Wurzel eigentlich aller Probleme zu. Deswegen befasse ich mich mal ein wenig näher mit der Demografie Deutschlands. Demo... was? Nein, es geht zwar schon ein wenig auch um Zuwanderung in diesem Blog, aber wir demonstrieren jetzt nicht gegen Rechts, das ist nämlich die "Demonstration". Und mit der Staatsform, in der wir leben, hat es auch nichts zu tun - diese nennt sich (falls es einige noch nicht wussten!) "Demokratie".

Also, es geht um die Demografie - die Wissenschaft, die sich mit statistischen Veränderungen eines Staates beschäftigt. Will heißen? Wieviele Menschen werden geboren, wieviele sterben, welche von denen, die noch leben, entscheiden sich für's Landleben und welche wollen lieber in abgasverseuchten Ballungsgebieten leben. Es geht um die Zuwanderung (also, wieviele kommen, wieviele gehen im Gegenzug) und anhand all der Daten werden Lebenserwartungen errechnet und es wird geprüft, was, wo, wie und warum gebraucht wird - ein Teil dieser Wissenschaft ist damit auch die Volkszählung, die wir dieses Jahr über uns ergehen lassen durften. Aus dieser (wie aus den vorherigen, Plus vielen kleinen, gemeinen Stichproben, die quer durch die Bevölkerung geführt werden) entstehen Daten, die im Ende unser aller Leben erleichtern sollen. Sollen! Ob sie es nämlich wirklich tun, ist eine andere Sache.

In weit mehr Fällen sorgt die Demografie immer wieder für Sorgen. Es wird angeprangert, wir alle bekämen zu wenig Nachwuchs, die Leute werden alle eh zu alt etc pp. Nun, Deutschland ist einerseits ein sehr erfolgreiches Volk, auf der anderen Seite allerdings haben wir viel zu wenig Kinder - laut einer Werbung vor einigen Jahren bekommt jeder Deutsche im Schnitt 1,3 Kinder (und immer noch wird sich ein Großteil der Bevölkerung fragen, wie wohl 0,3 Kinder aussehen mögen!). Schwamm drüber! Deutschland ist schließlich ein Volk, das vom Erfolg verwöhnt ist (oder noch vom Erfolg verwöhnt ist... man weiß ja nie, was morgen sein wird in Zeiten der Eurokrise!). Und als "Siegervolk" wird es wohl auch Lösungen geben, die helfen, die Fruchtbarkeit Deutschlands in die Höhe zu treiben.

Vor zwei Wochen sprach ich an dieser Stelle von Subventionen - und ich habe angekündigt, dass sich die Vorweihnachtsserie weiter um dieses Thema drehen wird. Was viele Menschen nämlich nicht verstehen: wir werden mehr oder weniger alle subventioniert - einige auf legitime Art und Weise (mit anderen Worten, es ist richtig, weil es laut subjektiver Meinung richtig ist) und andere auf eine nicht legitime Weise (bezeichnet die Wege, bei denen sich die meisten Menschen über die Unterstützung für andere aufregen). Um nun das Kinderkriegen in Deutschland anzukurbeln, wurde irgendwann das Kindergeld eingeführt. Zuerst war dies die Idee der Nationalsozialisten (ja, leider ist alles auf die zurückzuführen!), um die Motivation zur Geburt von mehr Kanonenfutter zu steigern. Später dann (ab 1975) gab es das Kindergeld für jeden, ab dem ersten Kind. Damals waren das noch lächerliche 26 Euro (oder 50 Deutsche Mark). Bis zum Jahr 2011 hat sich dieser Betrag auf 184 Euro gesteigert. Bemerkenswert, denn immerhin ist Kinder kriegen die natürlichste Sache der Welt (wenn wir mal ganz vereinfacht uns auf den Sinn unseres Daseins beschränken).

Aber natürlich ist das Kindergeld nicht ein Anreiz, einfach locker aus der Hüfte ein paar Kinder auf die Welt zu bringen. Wenigstens die meisten Menschen dieser Bevölkerung wissen, dass Kindergeld nicht unbedingt beim eigentlichen Problem, ein Kind zu haben, hilft: die Erziehung und die Fürsorge, die man einem Kind zuteil kommen lassen muss! Diese Faktoren sind mit Geld nämlich nicht auszugleichen. Trotzdem ist auch das Kindergeld eine Art Subvention, Eltern werden unterstützt, damit sie sich überhaupt noch motiviert fühlen, ein Kind in die Welt zu setzen. Einfach so ein Kind kriegen? Wozu soll das denn gut sein? So denken die meisten Menschen ohnehin, wenn allerdings sämtliche Subventionen wegfallen würden (sprich: Kindergeld, Elterngeld, Betreuungsgeld etc) hätten wir in Deutschland wahrscheinlich noch weniger Kinder.

Die Frage, die da allerdings übrig bleibt ist wohl die Folgende: brauchen wir wirklich so viele Kinder in Deutschland? Ja, richtig gelesen, so viele! Okay, ich gebe zu, wir haben (verglichen mit der Zahl der Erwachsenen) weit weniger Kinder als vor 60 Jahren. Nur: wir haben inzwischen 7 Milliarden Erdenbewohner auf diesem Planeten, die meisten Rohstoffressourcen sind aufgebraucht, also gibt es nicht wirklich einen Grund, noch mehr Menschen in diese Welt zu setzen, die immer mehr Rohstoffe brauchen, die faktisch gar nicht mehr existieren. Desweiteren besitzen die Kinder 2011 in ihrem Ego bereits einen Dreifachwert, also besitzen so viel Selbstbewusstsein und beanspruchen so viel Raum für sich allein wie früher drei Kinder zusammen. Damit ist es fast schon blasphemisch, noch mehr Kinder in Deutschland zu gebären - das Land ist eh schon viel zu klein für so viel Ego. Jedoch hat der Wunsch der Regierung nach mehr und noch mehr Kinder einen Grund, ähnlich wie bei den Nationalsozialisten 1935.

Auch heute sollen die Kinder (also die Erwachsenen der Zukunft) eine Art Kanonenfutter sein. Nur in den Krieg müssen sie (noch!) nicht ziehen. Viel mehr geht es um die Rentenfrage bei all den Kindern, die potenziell geboren werden sollen. Deutschland hat (in all seinem Siegeswahn) ein entscheidendes Problem: die Menschen werden eindeutig zu alt, sind zu gut ernährt, halten sich im Vergleich zu früher viel zu gesund und wollen lieber 70 Jahre wie 20 aussehen, als mit 50 zu sterben. Es gilt als Katastrophe, wenn man heutzutage vor Eintritt des Rentenalters stirbt. Aber bei all der Euphorie, dass wir alle steinalt werden... genau dadurch haben wir heute (und in Zukunft noch mehr) Probleme, das Sozialsystem aufrecht zu erhalten.

Auch das Rentensystem gehört zum lieben Subventionssystem der Industriestaaten dazu. Sicher, keiner sieht das wirklich ein, denn alle (sowohl die, die sie bereits kriegen als auch die, die sie irgendwann kriegen werden) freuen sich über die Rente. Das Prinzip ist ähnlich dem Verhältnis Kind zur Schule: jeden Sommer sind die Kinder froh, wenn die Schule vorbei ist. Schon Alice Cooper sang "School's out... forever!" Und ähnlich geht es mit den Erwachsenen weiter. Irgendwann kommt der Punkt (früher gesetzlich verordnet mit 65, inzwischen auf 67 angehoben), da haben die Erwachsenen ihren letzten Arbeitstag und rufen "Work's over... forever!". Der Mensch freut sich, wenn er mal nichts mehr zu tun hat - oder besser gesagt: wenn er nichts mehr zu tun hat, was ihm von einem anderen vorgeschrieben wurde. Denn Rentner sind immer sehr bemüht der Welt zu erzählen, wie fleißig sie doch sind, wieviel Arbeit sie doch jeden Tag ihres Rentnerlebens haben. Zugegeben, das Rentnerleben ist anstrengend - durch Subventionen künstlich am Leben gehalten zu werden ist eine Pein, die man eigentlich keinem gönnen mag, würde man nur nicht selbst irgendwann auf die Aussicht auf Rente schielen und dabei feuchte Augen bekommen.

Der Mensch sieht das Leben gerne als Spaß und freut sich in all der Pflichten, die er zu erfüllen hat, irgendwann von sämtlichen Pflichten befreit zu sein. Vielleicht war genau das der Grundgedanke bei der Rente. Aber es gibt auch andere - der Nachwuchs soll seine Chance auf Arbeit bekommen (allein aus diesem Grund wurden jahrelang noch rüstige Arbeitnehmer mit Mitte 55 ausgemustert), außerdem sollte die Rente eine Sicherheit für die Menschen sein, im Alter auch bei körperlicher oder allgemein gesundheitlicher Einschränkung noch in der Lage zu sein zu überleben. Aus rein naturgemäßen Gründen hat der Mensch immer Angst, irgendwann einmal nicht mehr versorgt zu sein und wie ein Tier im Alter elendig durch Hunger und Kälte zu sterben. Merkwürdigerweise haben Tiere damit viel weniger ein Problem als Menschen, die wissen wenigstens, wann es vorbei ist. So überspitzt könnte man die Situation auch darstellen. Aber nun gut, ich will ja nicht alle Leser dieses Blogs hier in Missstimmung versetzen.

Fakt ist, die Rente funktioniert nicht mehr - und zwar gar nicht mehr! Da können noch 20 Vorschläge à la Riester ins Leben gerufen werden, insgeheim wissen die Arbeitnehmer von heute, dass für sie im Rentenalter nichts mehr übrigbleiben wird. Immerhin müssen die Arbeitnehmer von heute mit der Angst leben, dass es nicht nur fast keine Nachfolger für ihre Jobs geben wird, sondern dass die Renter, die sie heute bezahlen, bis zum eigenen Rentenalter immer noch nicht den Löffel abgegeben haben. Die deutsche Gesellschaft vergreist, Pillenknick und das "ewige Leben" sei Dank. Irgendwann werden die Rentner alle "unter sich" sein, wollen aber gleichzeitig noch die Bezüge kassieren, die sie heute auch kassieren. Subventionen bis zum Tod. Und keiner sieht ein, dass es so nicht weitergehen kann, wie ein bockiges Kind, dem man seinen Lolli wegnehmen möchte, damit es kein Karies bekommt. Das Kind bevorzugt die Karieserkrankung, weil es sich über die Folgen gar nicht im Klaren ist - aber der Lolli schmeckt nunmal so gut, wer möchte darauf freiwillig verzichten?

Vor allem aber: welche Alternativen gibt es zum heutigen Rentensystem? Oder zur Massensubventionierung beim Kinderkriegen? Kinder freiwillig kriegen funktioniert nicht, weil den Menschen bewusst wird, wie anstrengend es ist, Kinder zu kriegen, wieviel Opferbereitschaft man leisten muss, um ein Kind großzuziehen. Da bleibt der eigene Egotrip schnell auf der Strecke. Und mit der Rente? Es ist wohl keine Alternative für die Leute, einfach auf die Rente zu verzichten und sich freiwillig im Dezember in den kalten Wald zu legen, um zu sterben. Hätte zwar was Poetisches für sich, aber es ist wohl keine Lösung.

Die Alternative kann nur (wie es auch die Regierung umsetzt) in der Arbeit liegen. Da wir immer mehr Menschen sind, die immer älter werden, müssen wir auch länger arbeiten, damit wir uns auch so richtig die Rente verdienen. Arbeiten, bis dass der Arzt kommt! Super Idee, funktioniert aber selbstverständlich nicht bei allen Berufen. Handwerker und körperlich anstrengende Berufe sind wohl kaum bis knapp 70 durchführbar, Bürojobs hingegen schon! Aber das sehen wiederum die Hengste aus dem Büro nicht ein, die wollen mit ihrer langen Lebenszeit selbst entscheiden dürfen was geschieht und was nicht. Der freie Wille des Menschen macht auch an dieser Stelle sämtliche Vorschläge zu einer guten Strukturierung des Rentensystems wieder kaputt. Andererseits: wenn die Regierung etwas mehrheitlich entscheiden würde, hätten die Meckerer der Republik auch nicht mehr viel zu lachen. Ähnlich ging es uns ja bereits mit der Anhebung des Rentenalters auf 67 Jahre.

Nur die Lösung "länger arbeiten & früher sterben" wird allerdings nicht reichen, um die Defizite im Staatshaushalt auszugleichen. Erst in dieser Woche hieß es in einer Meldung, dass die Staatsschulden eines jeden Deutschen bis zum Jahr 2060 auf 2,6 Millionen Euro (!) ansteigen werden (zum Vergleich: heute sind es "nur" 25 000 Euro). Und angeblich liegen die eigentlichen Staatsschulden insgesamt eh bei 8 Billionen statt 2... bei solchen Zahlen muss einem zwangsläufig schwindlig werden! Und genau aus dem Grund der hohen Staatsverschuldung ist es dringend notwendig, dass auch am Kuchenstück an sich geschmälert wird. Beamte und Witwen, die hohe Renten für's Nichtstun kassieren, sind schon lange ein Dorn im Auge der Arbeitergesellschaft, die im hohen Alter nicht weiß, wie sie über die Runden kommen soll. Wie es sein kann, dass ein Beamter Rente kassiert, der nie in die Rentenkasse eingezahlt hat, ist mir persönlich sowieso ein Rätsel. Wie kann ein Mensch, der in einen Gemeinschaftspott (und was anderes ist die Rentenkasse nicht!) nie etwas eingezahlt hat, trotzdem seinen Anteil herausbekommen? Schlimmer noch: einen wesentlich höheren Anteil als die Menschen, die ein Arbeiterleben lang ehrlich eingezahlt haben?

Doch nicht nur wegen dieser Ungerechtigkeit funktioniert das Rentensystem (genau wie die meisten Sozialsysteme Deutschlands) nicht. Wie kann es schließlich sein, dass wir einige Jahrzehnte einen relativ geringen Beitrag im Monat leisten, um dann im Rentenalter noch einige Jahrzehnte weiterzuleben und dabei eine weitaus höhere Summe zu kassieren als die, die wir eingezahlt haben? Mit anderen Worten: wenn man vor einigen Jahrzehnten 40 Euro im Monat eingezahlt hat und später dann 200 Euro dafür monatlich ausbezahlt bekommt hat man rein rechnerisch ein gewaltiges Problem. Denn woher soll das Geld kommen (es bekommt schließlich genauso ungern Kinder wie die Deutschen!)? Damit ist wohl auch logisch, dass die Staatsschulden weiterhin in die Höhe galoppieren werden. Selbst bei noch so angestrengten Versuchen, mit Riester-Rente den Schlamassel auszugleichen, es wird nicht gelingen, solange die Menschen weniger in die Rentenkasse einzahlen, als sie im Ende herausbekommen. Nebenbei bemerkt ist die Riester-Rente eh zu einem lukrativen Geschäft mutiert - für alle, nur nicht für den zukünftigen Rentner!

Also, was tun mit all den Subventionen vom Kreissaal bis zur Leichenhalle? Clint Eastwood muss wohl erneut ran. Harry Callahan ist wiederum eine schlechte Idee, denn die Kinder zu beschützen und ihnen ein weniger anstrengendes Leben zu ermöglichen, indem man alle Menschen über 70 erschießt, damit das Rentensystem wieder aufgeht, ist doch arg diskriminierend. Und ja, auch das gibt es: Altersdiskriminierung und nicht nur die, die sich gegen das Geschlecht, die Rasse oder die Religion richtet. Auch wenn FDP-Politiker gerne davon reden, dass die Alten langsam aber sicher "den Löffel abgeben" sollten (Zitat Jan Dittrich, ehemaliger Vorsitzende der JungLiberalen). Bei immer mehr Rentnern macht man sich mit solchen Sprüchen so unbeliebt, dass das Einzige, was dabei stirbt, die eigene Karriere ist und nicht der Rentner an sich.

Die einzige Lehre, die wir aus Eastwood ziehen können, ist die des Arbeitens bis zum Umfallen. Nicht, weil man muss oder unter Zwang, sondern weil man möchte. Clint Eastwood ist mittlerweile über 80, arbeitet aber trotzdem fleißig weiter. Warum? Bestimmt nicht, weil er finanzielle Sorgen hat. Auch nicht, weil er so privilegiert ist, weiterhin zu arbeiten. Er hätte schon lange sagen können, dass er seine Berufe an den Nagel hängt. Aber (wie es auch viele andere Menschen im Rentenalter auch in Deutschland tun!) herrscht wohl bei ihm die Einsicht, dass Arbeit das Leben lebenswerter macht. Nicht, weil man sich gerne den Buckel krumm arbeitet, aber weil Arbeit bedeutet, an der Gesellschaft teilzunehmen. Ein Mensch, der nicht mehr arbeitet und sich seinem Egotrip hingibt, endet früher oder später in der Einsamkeit, zumindest allerdings werden ihn die Gefühle von Nutzlosigkeit oder Langeweile beschleichen. Der Mensch braucht seine Aufgaben im Leben, auch seine Verpflichtungen. Nur sich diese selbst zu stellen und damit sein Leben frei zu gestalten (mit Aufgaben und Verpflichtungen) fällt den Meisten sehr schwer. Gerade für diese Menschen gilt, dass ihnen die Möglichkeit geboten werden muss, in Arbeit zu bleiben, wenn sie das wünschen.

Und die Kinder? Die können von Eastwood (und allen anderen Menschen jenseits der 60) lernen, dass man nicht von Geburt an schlau und weise ist und es einige Zeit braucht, bis man einen gewissen Überblick über das Leben und seine täglichen Aufgaben erlangt hat. Sicher, wir lernen von unseren Eltern alles, was wir für's Leben brauchen... und denken, mit 18 Jahren haben wir die Weisheit mit Löffeln gefressen. Aber was ist ein Kind wert, das schon in frühester Kindheit (unterstützt durch egoistische Eltern) meint, es wüsste alles und müsste nichts mehr hinzulernen? Sicher, die Erwachsenen (und auch die Alten, auch die der Vorgenerationen) bauen Mist und zeichnen sich durch unverzeihliche Fehler aus. Doch gerade aus denen können die Kinder von heute und zukünftigen Gesellschaftskräfte von Morgen, die die Welt auf ihren Schultern tragen werden, lernen, um wenigstens ein paar Dinge besser zu machen. In diesem Zusammenhang wohl nur eins: die Erkenntnis, dass die Sozialsysteme für die Rente und die Kindersubventionen wenig bis gar nicht funktionieren und neue Lösungen geschaffen werden müssen.

Ob allerdings die Lösung, die ich vorgeschlagen habe, auf große Begeisterung bei der nächsten Generation stoßen wird, ist fraglich. Schon die heutige Generation ist resistent gegen jegliche Änderung, wie sollte es bei der Generation danach anders sein? Nun, die Hoffnung stirbt zuletzt - nachdem sie lange genug Rente kassiert hat.

In diesem Sinne, allen Lesern ein gutes Wochenende, eine schöne Woche und bis zum nächsten Eintrag am nächsten Freitag.

LG Gene :-)

PS: für alle, die sich eingehender mit der Problematik des Rentensystems beschäftigen wollen, dem sei der Artikel "Vor der Rentenkatastrophe: 25 Jahre hat die Politik schon verschlafen" von Martin R. Textor empfohlen.

Freitag, 11. November 2011

Streufutter fürs Volk: Prolog zur Vorweihnachtsserie 2011

Pünktlich zum Beginn der 5. Jahreszeit, dieses Jahr verbunden mit tausenden Wahnsinniger, die meinen, genau heute heiraten zu müssen, mache ich mir schonmal Gedanken über die "schönste Zeit des Jahres": Weihnachten! Dabei bin ich nicht einmal die Einzige: der Aufbau der Weihnachtsmärkte ist bereits jetzt in vollem Gange, die Schaufensterauslagen werden zumindest winterlich, immer schön mit einem Touch ins weihnachtlich-kitschige. Da wir aber alle erst noch den November überleben müssen und danach die Adventszeit, wird es Zeit für einen kleinen Hinweis zur Vorweihnachtsserie 2011. Nach der Sommerlochserie rund ums Thema "Todsünden" fand ich, es wird mal wieder Zeit für eine längere Serie - auch als Abschluss des Jahres 2011 (aber keine Bange, der Jahresrückblick kommt auch noch, versprochen!).

Passenderweise geht es in diesem Eintrag um das "Fest der Liebe", wie Weihnachten so gerne bezeichnet wird. Wie wir alle aber wissen, geht es eher um das Fest des Konsums. Gebt all euer Geld aus, aus Liebe zu allen und allem: eurer Anverwandten wie der Wirtschaft. Nur deshalb glänzen die Schaufenster in behaglich goldgelben Glanz, deswegen sind die Gerüche so anheimelnd und verführerisch, dass man sich nur noch sein Zuhause und eine Tasse heißen Kakao wünscht. Es ist alles nicht mehr Teil einer weihnachtlichen Harmonie, sondern vielmehr ein Geschäft, das möglichst erfolgreich geführt und abgeschlossen werden will. Nicht umsonst befürchten die Einzelhändler, die Geschäfte könnten nicht so erfolgreich laufen wie im Vorjahr. Kollektives Zähneklappern und Jammern, ob es wohl gelingen wird, die Rekordsumme des Vorjahres zu überbieten - alles Andere wäre eine unverzeihliche Niederlage, bei der sich die Wirtschaft ins Taschentuch heulen müsste. Dass die Leute den Konsum von einem Tag auf den anderen einstellen werden, ist so wahrscheinlich wie der morgige Weltuntergang - aber: es ist immer noch besser, Panik zu schüren, als später mit geringfügigen Verlusten leben zu müssen.

Konsum an sich ist allerdings nie verständlicher als zur Vorweihnachtszeit. Die Menschen brauchen einfach etwas, an das sie sich klammern können - gerade, wenn richtig "bescheidenes" Wetter vorherrscht. Weihnachten ist ja auch nicht das wirkliche Geburtsfest von Jesus Christus (wie es uns all die Jahre verkauft wurde), nein... Jesus war ein Sommerkind und im römisch-katholischen Glauben wurde Weihnachten als Fest mitten im Winter eingeführt, um Farbe und einen guten Drink zum Besaufen und Vielfraß zu liefern. Damit wäre Weihnachten wohl einer der ersten Werbecoups der Geschichte. Ob es wirklich der Erste war, kann ich nicht sagen, fest steht nur, diese Werbeaktion hat die weitreichendsten Folgen auf diesem Planeten, dicht gefolgt von der Erfindung des Weihnachtsmannes von Coca Cola.

Allein der Symbolismus von Weihnachten beweist, dass das "Fest der Liebe" darauf ausgelegt ist, uns im Wohlfühlmodus zur Geldausgabe zu verführen. Der Weihnachtsmann (als modernere Variante von Sankt Nikolaus eingeführt) in den Unternehmensfarben der Prickelbrause Coca Cola ist Zugpferdchen für eine werbeträchtige Weihnachtszeit. Aber was soll's? Das ist doch auch völlig okay so. Weihnachten feiern macht Spaß, man hat das ganze Jahr so hart geackert (wenn wir mal die drei Urlaube im Jahr abziehen), dass wir einen Ausgleich brauchen zum Abschluss des Jahres. Uns allen geht allmählich die Puste aus, dann sollten die Kurzatmigen unter uns doch schön gemütlich unterm Weihnachtsbaum bei Glühwein und Gänsebraten ausspannen können.

Aber mal genug von Weihnachten! Wir können zwar bereits seit zwei Monaten Weihnachtssüßigkeiten kaufen, aber wirklich aktiv vom Weihnachtsfest zu reden ist doch ein wenig verfrüht. Allerdings sind wir von Weihnachten gar nicht so weit weg mit unserem Thema, wenn wir von Weihnachten reden. Weihnachten heißt in erster Linie Geschenke. Wir beschenken uns gerne, noch lieber werden wir jedoch beschenkt. Dabei tun wir immer so, als wären wir im Leben die armen, geprügelten Wesen, denen nur wertvolles Gut jeden Tag des Lebens gestohlen wird, sei es unsere wertvolle Zeit oder unser noch wertvolleres Geld. Und gerade deswegen freuen wir uns, wenn wir uns mal wieder belohnen dürfen. Damit sind wir zwar auf einer Stufe mit einem Hund, aber da der Hund der beste Freund des Menschen ist, liegen die ähnlichen Bedürfnisse gar nicht so weit auseinander.

Wie ich schon einmal erläutert habe, ist die Politik weit weniger vom "gewöhnlichen Volk" artenfremd als wir es alle gerne hätten. Politik (und im Speziellen Politiker) haben die gleichen Bedürfnisse wie der normale Bürger - und damit haben sie auch ein Gespür dafür, was der Bürger "will". Und das meine ich mal (fast) ohne Sarkasmus! Denn Menschen wissen, was andere Menschen wollen. Deswegen haben wir auch keine Affen, die den Staat regieren. Und weil das so ist, muss der Bürger nicht immer nur geben, er bekommt auch etwas zurück! Klingt gut als Parole und stimmt schlussendlich auch nicht so ganz, aber damit macht es sich doch prima als Werbeslogan. Nun, dieser "Slogan" stimmt schon, nur eben (wie so oft im Leben!) nicht für alle. Aber mal der Reihe nach.

In letzter Zeit wird mir immer öfter bewusst, wie sehr die Menschen stöhnen und sich beklagen, weil sie arbeiten müssen. Sei es nun im Studium oder später auch auf der Arbeitstelle, es kommt mir oft vor, als wäre den Menschen alles zuviel. "Meine Güte, müssen wir wirklich schon wieder arbeiten?!" könnte der Satz lauten, der in tausendfacher Ausführung durch die Arbeitsräume sämtlicher Einrichtungen schwirrt. Allzu schnell fühlen sich die Menschen überfordert oder genervt, wenn sie einmal etwas tun müssen. Liegt es daran, dass die Menschen wissen, dass ein großer Teil ihres sauer verdienten Geldes an Steuern draufgeht? Hat es allgemein mit einem "Lass mich in Ruhe, ich will weiterschlafen!"-Syndrom zu tun? Ist es gar (wie bei einem tödlichen Cocktail) die Mischung aus beidem? Man kann es nicht sagen, fest steht nur, die Menschen sind angefressen, weil sie viele Steuern bezahlen müssen. Abgaben für die eigene Vorsorge und Absicherung, aber auch Abgaben für den Staat. Was die Leute dabei nie bedenken: so ein hochtrabender Apparat wie der deutsche Staat ist ein Ackergaul, dessen Gelenke gut geschmiert und massiert werden wollen (zu dem Schmieren kommen übrigens gleich nochmal!). Wenn wir den Komfort eines gut organisierten und gepflegten Staates wollen, müssen wir alle unseren Beitrag dazu leisten. Der Mensch meint aber gerne im eigenen Größenwahn, dass seine hart erarbeiteten Steuern goldene Hühnereier sind, auf die die Welt gierig gewartet hat und verlangen den mindestens dreifachen Wert des eingezahlten Einsatzes zurück. Das glaubt ihr nicht? Leider stimmt es doch und gerade in dieser Woche wurde mir bewusst, wie sehr das stimmt.

Okay, Überraschung: es reden immer noch alle von Griechenland! Hinzu kommt jetzt (wieder einmal) der "Pornopolitiker" Silvio Berlusconi (nein, der Ausdruck stammt nicht von mir, habe ihn aber übernommen, weil ich ihn so umwerfend passend finde!!!), der jetzt doch zurücktreten will, obwohl er laut eigener Aussage der "beste Ministerpräsident Italiens seit 150 Jahren" sei. Großzügigerweise möchte er aber seiner "Amore" Italien nicht mehr länger im Weg stehen, wenn sie sich durch den dunklen Wald der Staatspleite hindurchschlängeln muss.
Jedenfalls wie nun selbst der dümmste Mensch, der absolut nichts mit Politik oder Wirtschaft am Hut hat bemerkt haben dürfte, der ESFS (also der Euro Rettungsschirm) ist beschlossene Sache. Und wieder gehen Milliarden an Steuergeldern für die Solidarität drauf - danke EU! Erstaunlich ist allerdings, dass sich die Menschen derzeit so künstlich über diesen Rettungsschirm aufregen: "Das sind Milliarden, die durch Misswirtschaft verlorengehen!" Und wieder einmal grüßt das Murmeltier, denn (nochmal Überraschung!) es gehen uns STÄNDIG Milliarden an Steuergeldern verloren. Und dazu braucht es nicht einmal die Griechen, was bereits die dritte Überraschung ist (wenns so weitergeht, wird das hier fast wie ein Vorweihnachtsfest).

Wenn wir uns die Welt angucken, sehen wir gravierende Unterschiede zwischen den einzelnen Kontinenten, was den wirtschaftlichen Erfolg betrifft. Afrika ist dabei (und das wissen wir alle) wohl das Kind, das beim Völkerballspielen immer als letztes gewählt wird.... weil es zu schwach ist, weil es nicht so gut Völkerball spielen kann als die anderen Kinder. Die Wirtschaft in Afrika liegt in vielen Ländern am Boden - immer noch! Erstaunlich, denn seit über 50 Jahren werden staatlich geförderte Subventionen nach Afrika geschickt - Spendengelder, um die Wirtschaft anzukurbeln. Nur der Nutzen bleibt aus, wie es sich für eine sinnlose Übung gehört! Es ist wohl der gute Wille, der hier der ganzen Welt im Weg zu stehen scheint: den Industriestaaten, die ihre Steuergelder (unter anderem) an afrikanische Länder geben, um ihnen "zu helfen" und Afrika selbst, weil es sich dank Diktatoren und Misswirtschaft ein ums andere Mal ein Beinchen stellt. So wird das nix mehr mit dem Völkerballspiel.

In ihrem Buch "Dead Aid", das ich (ich gebe es zu) schon mehrfach erwähnt habe, schildert Dambisa Moyo warum es mit Afrika so weit abwärts ging. Diktatoren, die die Spendengelder in die eigene Tasche stecken und mit niemandem großzügig umgehen außer sich selbst. Aber eine Diktatur (so schrieb sie auch) ist nicht der einzige Grund, warum Staatsspenden keinen Nutzen haben. Der Witz der Subventionen, die die EU nach Afrika schickt ist, dass diese Subventionen durch noch mehr Subventionen nutzlos gemacht werden. Wie das geht? Nun, ganz einfach: indem die EU nicht nur afrikanische Staaten durch Spenden subventioniert, sondern gleichzeitig auch die EU-Landwirte. Zumindest sind sie das einleuchtendste Beispiel in dem Zusammenhang. EU-Landwirte werden zu einem großen Teil subventioniert, damit sie genug produzieren. Also bekommen auch Bauern in der EU finanzielle Hilfe, damit sie noch fleißiger sind und mit Spaß bei der Arbeit bleiben. Dabei ist die Versuchung für einen Bauern selbstverständlich groß, nicht nur viel, sondern sehr viel zu produzieren; es ist schön, etwas finanzielle Zusatzhilfe zu bekommen, doch richtig viel von dieser Hilfe zu bekommen, ist richtig schön. Also wird produziert, bis die Schwarte kracht. Das schönste Beispiel hierfür ist wohl das der Milchbauern: hier werden die Kühe gemolken, bis deren Euter bluten. Egal, es geht ja schließlich ums Überleben... und wenn man ein wenig mehr als überleben kann, ist das auch nicht verkehrt.

Die Frage stellt sich allerdings fünf Minuten nach dem Melken der Kühe: wohin mit der Milch? Wir haben in Deutschland zwar 82 Millionen Einwohner, aber mehr als zuviel Milch braucht niemand. Gott sei Dank hat die Industrie dafür ein cleveres System entwickelt: die Milch wird kurzerhand zu Milchpulver verarbeitet. Und da die der verwöhnte deutsche Bürger nicht braucht, wird sie auf dem schnellsten Weg nach Afrika verschifft. Und genau dort stechen sich Subventionen und noch mehr Subventionen gegenseitig aus. Auf der einen Seite steht die Wirtschaft der afrikanischen Staaten, die am Boden liegen und die dringend mehr Kaufkraft ihrer Landsleute bei im Land hergestellten Produkten braucht. Dann allerdings auf der anderen Seite werden zig Tonnen von subventionierten Produkten auf den afrikanischen Markt geschmissen, die dann zu Dumpingpreisen angeboten werden. Und ab diesem Zeitpunkt entscheidet sich der afrikanische Durchschnittsbürger wie der deutsche, amerikanische oder chinesische: er kauft das, was gerade erschwinglich ist. Ob darunter die Wirtschaft des eigenen Landes leidet, kann ihm völlig schnuppe sein, Hauptsache ein Schnäppchen gemacht.

Klar, die wirtschaftlichen Verhältnisse sind bei einem armen afrikanischen Bürger komplett anders als bei einem deutschen Bürger (selbst, wenn er Hartz IV empfängt!). Genau das macht den Griff zum "Schnäppchen" fast schon verständlich bei einem afrikanischen Bürger der Unterschicht. Er kann ja auch gar nicht verstehen, dass er sich und seinem eigenen Land damit gleichzeitig tief ins Fleisch schneidet; wenn er importiertes Milchpulver kauft statt Frischmilch von lokalen Bauern, gehen die pleite und damit brechen ganze Wirtschaftszweige im Land zusammen. Und genau damit hat die Großzügigkeit der EU Afrika so richtig schön ans Bein gepinkelt: Hilfe, die durch Hilfe innerhalb der EU zum Wirtschaftszusammenbruch führt.

Gleichzeitig schneiden wir uns damit auch noch ins Fleisch. Es soll ja schließlich richtig lustig sein... und wenn's schon blutet, kann es auch gleich ein wenig mehr sein. Also schaden wir Afrika durch Subventionen und uns selbst, weil wir das Ganze bezahlen dürfen und ein Teil der Steuern aktiv bei jedem Bürger verlorengehen. Allein das macht die Arbeit an sich theoretisch noch quälender für alle: die Gewissheit, dass die Gelder, die bezahlt werden müssen als Steuergelder, in den Mühlen der Staatsapparate unwiderruflich verlorengehen.

Doch damit nicht genug! Allein die folgende Tatsache dürfte jedem Bürger richtig aufstoßen: im Durchschnitt gehen von jedem deutschen Gehalt 7% für die Finanzierung und gleichzeitige Bekämpfung von Korruption drauf. Das macht dann 30 Minuten Arbeitszeit pro Tag, die man sich eigentlich sparen könnte und die man normalerweise früher frei haben könnte. Sicher, eigentlich haben wir alle schon genug frei, aber der Gedanke, dass Steuergelder in dunkle Kanäle fließen (und den immerwährenden Kampf gegen die Korruption) lassen einen schon einmal frustriert sein. Subventionen, die an Hobby-Skipistenbetreiber in Dänemark verschenkt werden. Oder für gepantschtes Billigtierfett, dass zu Butter illegal umdeklariert und dann nach Osteuropa exportiert wird. Zu Recht können Empfänger von Subventionen sagen: "Ist das Leben nicht schön?", gerade wenn sie so leicht an diese Subventionen herankommen.

Es gibt beim Thema "Subventionen" wohl nur zwei Regeln: 1.) hab eine Idee (egal welche! Eine Idee haben reicht schon) und 2.) nehm die Subvention und mach damit, was du willst... denn du wirst von der EU nie kontrolliert werden, ob der Sinn deiner Idee irgendetwas taugt oder ob du wirklich das Richtige mit der Subvention machst.

Mit anderen Worten: Subventionen sind nicht nur finanzielle Hilfen, es sind Finanzgeschenke. Und diese werden das ganze Jahr über geschnürt, nicht nur zur Weihnachtszeit. Vielleicht hat die "Biene Maja"-Regierung auch deswegen beschlossen, dass der deutsche Bürger von seinen hart erarbeiteten Gehältern ein wenig mehr übrig behalten sollte. Zur Weihnachtszeit machen sich auch Steuergeschenke am Besten und wohl deswegen sollen sich jetzt alle besonders gut fühlen, wenn der Steuerfreibetrag steigt. Für alle, versteht sich - also haben im Ende die Mehrverdiener am meisten von diesem Coup.

Subventionen, die im Sande verlaufen, dazu die weltweite Korruption, die ebenfalls einen Anteil bewilligter Subventionen für sich verschlingt. Erschreckend ist der Umfang, den die Korruption erreicht: pro Jahr fließen 1 Billion (!) US-Dollar an die Korruption. Und die Bekämpfung der Korruption kostet zusätzliches Geld. Wer es (wie ich) wirklich sarkastisch sehen möchte könnte behaupten, die Korruption und die Subventionen generell sind ein Solidaritätsprinzip der gehobeneren Klasse - vergesst Hartz IV, wer richtig absahnen will, lässt sich seine Schnapsideen einfach subventionieren.

Damit wäre er also gelegt, der Grundstein für die Vorweihnachtsserie 2011, die nächste Woche startet. Titel: streng geheim! Aber, es wird auch weiterhin um unser aller teures und wertvolles Geld gehen. Passend zum Fest der Liebe reden wir über das, was uns doch sehr (wenn nicht bei manchen sogar am meisten) am Herzen liegt. Vor allem aber geht es um den Irrglauben der Menschen, ihr Geld sei so hart erarbeitet, dass sie unter jedem Umstand jeden Cent, den sie einzahlen, dreifach wieder ausbezahlt bekommen müssen. Der Witz an der Sache ist jedoch, wenn man den Staatsapparat allgemein betrachtet, dass wir nicht nur verdammt viel für Subventionen bezahlen, von denen wir selbst nichts haben, sondern selbst auch an allen Ecken und Enden subventioniert werden. "Streufutter fürs Volk" eben. Wir werden künstlich am Leben erhalten, ständig finanziell unterstützt, damit wir in unserem gehobenen Lebensstandard über die Runden kommen. Dabei ist Hartz IV jedoch nur die Spitze des Eisberges. Wer die Arbeitslosen drischt, nur weil sie Unterstützung für den Lebensunterhalt erhalten, der verkennt, dass Millionen anderer Menschen teilweise oder komplett finanziell unterstützt werden. Der Unterschied ist nur immer die Interpretation der Masse, was die Mehrheit für richtig und falsch erachtet.

Wir haben inzwischen 2 Billionen Euro Staatsschulden und täglich tickt die Schuldenuhr lauter und schneller. Statt an der Beseitigung der Schulden zu arbeiten, werden dann Steuerwohlfühlpakete fürs Volk geschnürt, noch mehr Streufutter für den harten, kalten Europawinter, in dem die Staaten ums finanzielle Überleben kämpfen. Wäre es nicht wichtiger, für die dauerhafte Senkung der Staatsschulden zu sorgen, statt für ein paar Jahre die Steuerfreibeträge zu senken, um sie später wieder erhöhen zu müssen, damit die Staatsschulden nicht bis in die nächste Milchstraße anwachsen? Das ständige Klagen der Menschen, wie wenig Geld sie in dieser teuren Welt zur Verfügung haben ist so dauerhaft geworden, dass wir das Klagen als einen Normalzustand wahrnehmen. Normal dient das Wehklagen ja auch dazu, sich eine Weile besser zu fühlen. Aber selbst diese Droge lässt (bei zu häufigem Gebrauch) nach. Wir sind inzwischen an diesem Punkt angekommen, denn wir jammern so viel, dass wir gar nicht mehr mitbekommen, wie gut es uns eigentlich geht. Mal abgesehen von der finanziellen Unterschicht, die wirklich ums Überleben kämpfen muss, haben wir keinen Grund zur Trauer, denn der Sozialstaat garantiert uns ALLEN (und nicht nur einer gern verhassten Bevölkerungsschicht) Sicherheit, ein Zuhause und genug Rohstoffe zum Überleben. Falls das nicht reicht, wird eben bezuschusst, durch andere Formen der Subvention. Ob Kindergeld, Betreuungsgeld oder auch Steuerfreibeträge - der Deutsche wird dank staatlicher Unterstützung (und damit Umverteilung von Steuergeldern) künstlich wohlständig gehalten. Es ist, wenn man genau darüber nachdenkt, fast ein Wunder, dass dieses System überhaupt noch funktioniert.

Und warum das Ganze ein Wunder ist, erfahren die treuen Leser dieses Blogs ab nächsten Freitag. Bis dahin wünsche ich allen Lesern ein erholsames Wochenende (ob subventioniert oder nicht) und erwarte alle wieder ab nächsten Freitag zur Vorweihnachtsserie 2011.

LG Gene :-)

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